1Joschka Fischer (Grüne)

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Der Außenminister, der Deutschland 1999 erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder an einem Krieg beteiligt hatte, war später u. a. als Lobbyist für Siemens, BMW, die Rewe Group, für die Energiekonzerne RWE und dem Betreiber des Pipeline-Projekts Nabucco tätig.

Letzteres sollte Erdgas vom Kaspischen Meer nach Europa liefern. Fossile Energie? Was sagt Robert Habeck dazu?

2Philipp Rösler (FDP)

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Erinnert sich noch jemand an den? Bevor die FDP vom Wähler 2013 aus dem Bundestag geschmissen wurde, war Rösler tatsächlich nicht nur FDP-Chef sondern auch Vizekanzler! Das Schicksal seiner Partei musste ihn aber nicht weiter interessieren.

Gleich 2014 wurde Rösler Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Weltwirtschaftsforums. 2017 wechselte er zur Stiftung des chinesischem Megakonzerns HNA. Seit 2019 ist Rösler Mandatsträger in mehreren Aufsichtsräten von Unternehmen.

3Dirk Niebel (FDP)

Mauersberger – imago images

Vom Entwicklungsminister zum Lord of War? Irgendwie schon. Seit 2015 berät Niebel das Rüstungsunternehmen Rheinmetall.

4Roland Koch (CDU)

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Hessens früherer Ministerpräsident war eines von vielen männlichen CDU-Schwergewichten, das sich an Angela Merkel die Zähne ausgebissen hat. 2010 verließ er die Staatskanzlei in Wiesbaden und wurde Vorstandschef beim Baukonzern Bilfinger Berger.

5Ronald Pofalla (CDU)

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Der CDU-Parteisoldat (23 Jahre Bundestag, Generalsekretär, Bundeskanzleramtschef) hatte sich 2015 seinen Wechsel zur Deutschen Bahn wohl redlich verdient.

6Hildegard Müller (CDU)

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Von 2005 bis 2008 war Müller „Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin“ (so heißt der Titel wirklich). Danach wechselte sie erst in den Vorstand des Energiewirtschaftsverbandes BDEW und anschließend zu RWE/Innogy.

7Edmund Stoiber (CSU)

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Als Aufsichtsrat der Nürnberger Versicherungsgruppe, Beiratsvorsitzender der Wirtschaftsprüfungsfirma Deloitte, Verwaltungsbeirat des FC Bayern München und Vorsitzender eines Beirats der Pro Sieben Sat1 Media AG kommt Bayerns Ex-Ministerpräsident auch ohne politisches Mandat ganz gut über die Runden.

8Martin Bangemann (FDP)

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Dieser feine Herr deregulierte als EU-Kommissar erst die Telefonmärkte und ging dann zum spanischen Konzern Telefónica. Quid pro quo?

9Dieter Althaus (CDU)

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Thüringens Ex-Ministerpräsident erholte sich von dem Fiasko, 2009 für die CDU fast 12 Prozent verloren zu haben, indem er kurzerhand Cheflobbyist des Autozulieferers Magna wurde.

10Georg Fahrenschon (CSU)

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Warum Finanzminister von Bayern bleiben, wenn man Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands sein kann, dachte der Münchner sich 2011 und fackelte nicht lang.

11Friedrich Merz (CDU)

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Bevor Merkel ihn an die Seitenlinie der Politik verfrachtete, war Merz Vorsitzender der CDU-Bundestagsfraktion. Danach wurde er Partner der internationalen Anwaltskanzlei Mayer Brown LLP. Geschätztes Jahressalär: 300.000 Euro.

Seit 2016 ist Merz Aufsichtsratsvorsitzender und Lobbyist beim weltweit größten Vermögensverwalter BlackRock. Da verdient man bestimmt auch nicht schlecht.

12Lothar Späth (CDU)

Müller-Stauffenberg – imago images

Der baden-württembergische Ministerpräsident wurde ein halbes Jahr nach seinem Rücktritt im Jahr 1991 Geschäftsführer bei der Jenoptik GmbH. 2005 wurde er Chef der US-Investmentbank Merrill Lynch in Deutschland.

13Matthias Berninger (Grüne)

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Frage: Was macht ein Grünen-Politiker, der Staatssekretär im Ministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft war, nach seiner politischen Karriere?

Antwort: Er wird Lobbyist für den US-amerikanischen Nahrungsmittel- und Süßwarenkonzern Mars Incorporated.