Laut einer aktuellen Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters erwarten 80 Prozent der Deutschen von ihren Medien neutrale Nachrichten. Das sei im internationalen Vergleich ein Spitzenwert.

Objektivität ist den Lesern hierzulande eben wichtig. Schade, dass zahlreiche Journalisten lieber politische Aktivisten sein wollen und das auch offen gestehen. Hier die extremsten Beispiele:

5Anja Reschke: Wir sind die Guten, wir dürfen das.

Sven Simon – imago images

So richtig als Haltungsjournalistin geoutet hat sich Reschke im August 2015 mit ihrem Tagesschau-Kommentar zum Thema „Hetze gegen Flüchtlinge“. Neben viel Applaus bekam sie dafür auch den Hans-Joachim Friedrichs Preis. Bei der Preisverleihung erklärte Reschke ungeniert, dass Neutralität nicht ihr Ding ist:

„Ich denke, wir müssen uns gemein machen mit einer Sache. Und zwar mit einer guten. Unserer Verfassung. Wir, die Presse, die öffentlich-rechtlichen Sender im Besonderen, haben einen Auftrag bekommen von den Alliierten nach dem Krieg. Teilhabe an der freien demokratischen Meinungsbildung zu gewährleisten. Mündige Bürger, Deutschland zu einem demokratischen Land zu machen und diese Demokratie zu bewahren.“

Klingt erstmal nicht schlecht, oder? Was Reschke aber damit meinte, konkretisierte sie 2018 in ihrem Buch „Haltung Zeigen!“.

Ein Rezensent auf amazon.de meinte dazu: „Trieft vor Gratismut und Selbstbeweihräucherung. Frau Reschke sollte mal zwei Wochen in den Schuhen der Menschen rumlaufen, die Sie in Ihrem Buch so pauschal als abgehängte Populisten betitelt.“

4Dunja Hayali: Klare Kante gegen Objektivität!

Metodi Popow – imago images

Hayali lässt ebenfalls keinen Zweifel, dass sie auch als Polit-Aktivistin beim ZDF ist. Gleichzeitig gibt sie aber gerne vor, gar nicht zu verstehen, warum sich viele Zuschauer an ihrer „Berichterstattung“ stören. Ihre Vermutung, was die „Hetzer“ so auf die Palme bringt:

„Für manche reicht es aber auch, dass ich eine Frau bin, dazu noch mit Migrationsvordergrund, und für den Öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeite. Außerdem erlaube ich mir, als Journalistin eine Haltung zu haben. Ich bin für Humanismus und Pluralität, gegen Rassismus und Antisemitismus, gegen Homo- und Islamophobie. Diese Haltung lege ich auch nicht ab, wenn ich das ZDF betrete.“

Hayali erhielt übrigens Anfang 2020 den sogenannten Toleranz-Preis für Zivilcourage. Wofür? „Für ihr beherztes Eintreten für eine offene Gesellschaft“, so der Focus. Was klingt wie Satire, ist ein weiterer Beleg für den missionarischen Eifer der „Journalistin“. Zur Erinnerung: Journalisten waren die, die wertfrei berichten sollten.

3Georg Restle: Journalisten aller Länder, vereinigt euch!

Manngold – imago images

Der ARD-Journalist Restle tritt für einen sogenannten „werteorientierten Journalismus“ und kritisiert offen den „Neutralitätswahn“ seiner Kollegen.

Um auch ja keinen Zweifel aufkommen zu lassen, dass er auf der „richtigen“ Seite steht, spricht er Ende 2018 auf der Unteilbar-Demo. Von linken Demonstranten ließ er sich für Aussagen zu Klimaschutz, Seenotrettung und Asyl feiern.

https://twitter.com/georgrestle/status/1014133298245853184

Dort sagte er unter anderem: „Als ich Kolleginnen und Kollegen von mir erzählt habe, dass ich heute hier auf der Bühne sprechen werde, haben nicht Wenige gesagt: was fällt dir eigentlich ein, als Journalist auf so einer Veranstaltung zu sprechen? Wie verträgt sich das eigentlich mit Unabhängigkeit und damit, dass sich ein Journalist oder eine Journalistin doch mit keiner Sache gemein machen soll, auch nicht mit einer guten? Und ich habe den Kollegen gesagt: Verdammt nochmal, wie kann man sich mit einer solchen Sache, für die diese Demonstration, für die ihr alle steht, nicht gemein machen?“

Für Restle ist „Haltungsjournalismus“ in Zeiten des überall lauernden Faschismus erste Journalisten-Pflicht:

„Wenn Grundwerte dieser Demokratie, wenn die Freiheitrechte dieser Demokratie in Gefahr sind, dann ist Haltung gefragt. Und für diese Haltung sollten auch und besonders Journalisten stehen.“

2Kai Gniffke: Bitte nicht AfD wählen!

reportandum – imago images

Während einer Podiumsdiskussion im Rahmen der re:publica 2018 plaudert Kai Gniffke, damals ARD-Chefredakteur und heute SWR-Intendant, aus dem Nähkästchen. Man bemühe sich um Objektivität, dürfe Zuschauer nicht beeinflussen oder manipulieren, sagt er. Doch dann das Geständnis:

„Wir müssen einfach zur Kenntnis nehmen, dass wir niemals belehren wollen und ich glaube auch nicht, belehrend waren. Dass wir aber gerade zu Beginn der ganzen AfD, des AfD-Großwerdens – Pegida-Phase – da hatten wir schon einen gewissen missionarischen Eifer. Ich glaube, wenn man sich unsere Texte anguckt, sind die alle irgendwie unangreifbar. Aber zwischen den Zeilen kam es aus jeder Pore: Ihr sollt die bitte doof finden. Das hatten wir, das hat eine ganze Weile gebraucht. Deshalb haben wir das immer noch wie so ein Stigma mit hinten dran geklebt: Die rechtspopulistische AfD.“

Mitte 2017 hatte Gniffke in einem Kommentar für die Tagesschau noch das genaue Gegenteil versprochen:

„Wir jubeln Ihnen keine Meinung unter. Weder offen noch zwischen den Zeilen. Wir wollen informieren nicht missionieren. Wir sind Journalisten und keine Lügner.“

1Patrick Gensing: Fakten zu liefern ist doch gar kein Journalismus!

Martin Kraft creator QS:P170,Q65553673, MJK 20666 Patrick Gensing (Media Convention Berlin 2018), Bildausschnitt, Komposition by FlinkFeed, CC BY-SA 3.0

Natürlich hat es auch der sogenannte Faktenfinder der ARD auf die Liste geschafft. Auch er lässt keine Gelegenheit ungenutzt verstreichen, die politischen Gegner durch fairen und sauberen Qualitätsjournalismus in Schach zu halten.

„Als jugendlicher Langhaariger war er ‚antifamäßig‘ unterwegs und hat sich seitdem mit den Themen Neonazis, Rassismus und Antisemitismus beschäftigt“, heißt im Vorspann zu einem Interview mit Gensing auf vocer.org.

Im Interview dann der Offenbarungseid:

„Ich bin ein großer Freund von Journalismus mit Haltung, weil ich mich daran viel besser abarbeiten kann. Ich glaube, dass man die Leute eher gewinnen kann, wenn im Journalismus eine Haltung vertreten wird, als wenn da irgendwie einfach nur Fakten angehäuft werden. Das ist in meinen Augen auch überhaupt nicht Journalismus. Einfach nur Fakten zu liefern und sagen, wir können das nicht beurteilen und wissen das nicht. Das zu beurteilen ist doch genau unser Job.“

Zur Erinnerung: Der Mann mit dem merkwürdigen Verhältnis zu Fakten ist als „Faktenfinder“ bei der ARD.

Was fehlt noch? Na klar: Patrick Gensing wurde für seine Arbeit beim Blog Publikative.org 2013 mit dem Alternativen Medienpreis ausgezeichnet. Der wurde von der Amadeu-Antonio-Stiftung betrieben.