1»Ich danke meinem abgetriebenen Baby!«

Vor einem Weltpublikum einen Filmpreis dem eigenen im Mutterleib getöteten Kind widmen? Gute Idee!, dachte sich die Schauspielerin Michelle Williams bei der Verleihung der Golden Globes 2020.

Sie wäre ja niemals so weit gekommen, schluchzte die 39-Jährige, wenn sie nicht hätte wählen dürfen, „wann und mit wem“ sie ein Kind bekommen will. „Mit wem“? Wir hatten bis jetzt eigentlich gedacht, man und frau entscheidet bewusst, mit wem er/sie ins Bett steigt – abgesehen von Vergewaltigungen.

Was denkt eigentlich Williams‘ Tochter, wenn sie Mama da reden hört? „Danke, Mom, dass ich in deinen Karriereplan gepasst habe und du mich nicht auch für das Ziel, eines Tages einen Filmpreis zu ergattern, abgetrieben hast“?

2»Wir sind einfach die Geilsten!«

Schauspieler können selbstgefällig sein, klar. Wie George Clooney sich und seine Zunft 2006, als er den Oscar für die beste männliche Nebenrolle gewann, mit Eigenlob überschüttete, ist aber eine Klasse für sich.

Ob beim Thema Aids oder beim Kampf für die Rechte von Schwarzen – seinesgleichen habe die Welt ja schon immer viel, viel besser gemacht, so der Posterboy der US-Linken.

Genau, George: Die wahre Drecksarbeit im gesellschaftspolitischen Kampf erledigen nicht Normalo-Bürger auf der Straße, sondern Filmmillionäre wie du mit aufgeblasenen Statements.

3»Climate Justice, now!«

Wir hatten darauf gewettet, dass Leonardo DiCaprio uns mit „Klimagerechtigkeit“ kommt, falls er den Oscar einsteckt. Schließlich fährt er seit Jahren klimabewusst einen Toyota Prius!

Wette gewonnen: DiCaprio beschwor 2016 die Zuschauer, angesichts des Klimawandels unbedingt Politiker zu unterstützen, die für „die ganze Menschheit, die indigenen Völker und die Milliarden und Milliarden von unterprivilegierten Menschen sprechen“.

Ach Leo, bei einem geschätzten Vermögen von 245 Millionen US-Dollar sagt sich das so einfach. Durchschnittsamis wählen dann aber eben doch Leute, die ihre eigenen Sorgen ernst nehmen, weißt du?

4»Schwule werden diskriminiert! Oder? Egal!«

Social Justice geht immer, auch wenn man die Faktenlage nicht so gut durchblickt. Ein Schwuler habe ja noch nie einen Oscar gewonnen, so Singer-Songwriter Sam Smith, als er 2016 den Oscar für den besten Titelsong annahm. Das habe er vor ein paar Monaten in einem Artikel gelesen. Sogleich widmete Smith seine Auszeichnung der LGBT-Community und zwar, „selbst, wenn das gar nicht stimmen sollte“.

Stimmt, Sam: Tatsächlich hatte der schwule Drehbuchautor Dustin Lance Black 2009 einen Oscar gewonnen. Und selbst zu diesem Zeitpunkt hatten Smiths homosexuelle Musikerkollegen Elton John und Stephen Sondheim ihren Oscar auch schon ganz lange.

5»Tut Buße, Klimasünder!«

Al Gores oscarprämierter „Dokumentarfilm“ Eine unbequeme Wahrheit hämmerte 2006 der halben Welt das Märchen von der Klimaapokalypse in die Schädel. Bei seiner Dankesrede predigte der Klimakreuzritter zu hunderten Millionen Zuschauern, Klimawandel sei kein politisches Thema sondern ein „moralisches“. Amen.

In britischen Schulen darf Gores Propagandastreifen übrigens nur mit dem Hinweis auf die zahlreichen wissenschaftlichen Fehlannahmen gezeigt werden. Gore selbst gibt heute außerdem zu, dass die Klimapriester bewusst Alarmismus betreiben. Finden wir jetzt nicht so moralisch…

6»Könnt ihr mich hören?«

Antikriegsbewegung, Feminismus, Klimawandel – es gab kaum einen Anlass, für den sich die Schauspielerin Jane Fonda in den letzten 50 Jahren nicht stark gemacht hat. Selbst als sie 1979 ihren zweiten Oscar gewann, gönnte sich Fonda keine Verschnaufpause vom Einsatz für eine bessere Welt. Um auf die Situation von Gehörlosen aufmerksam zu machen, hielt sie ihre Dankesrede auch in Gebärdensprache!

7»Welches Jahr ist es?«

Meine Güte, es war ja ganz nett, dass mit Halle Berry 2002 die erste Afroamerikanerin einen Oscar in der Kategorie „Beste weibliche Hauptrolle“ gewann. Aber musste sie so schockiert, von Unfassbarkeit geprägt und mit Tränen getränkt reagieren, dass man sich ernsthaft fragte, ob Berry geglaubt hatte, die Jury bestehe zu 100 Prozent aus Anhängern des Ku-Klux-Klans?

Sorry, Halle, nicht du hast an jenem Abend „jeder namenlosen, gesichtslosen farbigen Frau die Tür aufgestoßen“, wie du sagtest. Wenn überhaupt, war das die ebenfalls schwarze Hattie McDaniel, die für ihre Nebenrolle in Vom Winde verweht einen Oscar gewann – im Jahr 1940!

8»Ich muss das jetzt mal sagen!«

Was hätte Robert de Niro nach 50 Jahren im Filmgeschäft alles erzählen können, als er von der US-Schauspielergewerkschaft für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde? Leider wollte die Leinwandlegende lieber über Politik reden. In Hollywood im Jahr 2020 bedeutet das: plumpes Trump-Bashing. Schade, Mr. De Niro.

9„Wollt ihr den totalen Feminismus?«

Erst bezeichnete sich Frances McDormand bei der Oscarverleihung 2018 als „Hooligan und Anarchist“, dann schwurbelte sie über tolle Söhne von feministischen Müttern und dann kommandierte sie alle nominierten Frauen im Saal aufzustehen, damit sie sich selbst fürs Frausein bejubeln konnten.

Der Kampfauftritt endete mit der Empfehlung an die Kolleginnen, auf eine Vertragsklausel zu bestehen, die verlangt, dass die Besetzung eines Films möglichst ‚vielfältig‘ zu sein hat

So macht unterhalten werden doch Spaß…