Ob der berüchtigte Jack the Ripper, der unscheinbare Ed Kemper oder Killer-Clown John Wayne Gacy: Längst sind die mordenden Triebtäter zur schaurigen Faszination geworden. Doch auch die deutsche Geschichte hat genug Serienkiller-Stoff zu bieten.

1Der Vampir von Düsseldorf

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Seinen Beinamen zog sich Peter Kürten zu, weil er im Düsseldorfer Hofgarten einen Schwan getötet und dem Tier das Blut aus dem Hals gesaugt haben soll. Doch auch bei einigen seiner menschlichen Opfern soll es vorgekommen sein, dass Kürten ihr Blut trank.

Seine Mordopfer waren immer wieder junge Frauen: Der gepflegte, freundliche Mann gewann ihr Vertrauen, lockte sie an entlegene Orte, würgte sie und erschlug oder erstach sie – oft geradezu im Monatsrhythmus. Seine bevorzugten Tatinstrumente: eine große Schere und ein Hammer.

Kaum ein Kriminalfall der Weimarer Republik sorgte für so viel Aufmerksamkeit wie die Mordserie Kürtens – dabei führte er Polizei und Behörden immer wieder an der Nase herum und kehrte nach den Taten sogar an seine Tatorte zurück, um die aufgeregte Stimmung zu genießen. Hinzu kam, dass Johann Stausberg, ein psychisch verwirrter Arbeiter, viele der Taten gegenüber der Polizei zugab und so von Kürten ablenkte.

Der Vampir von Düsseldorf hatte, wie der damalige Oberstaatsanwalt Otto Steiner es formulierte, „satanisches Glück“. Doch auch seine Glückssträhne endete und er wurde 1930 verhaftet. Seine letzten Worte vor der Hinrichtung: „Sag, wenn mein Kopf abgeschlagen ist … werde ich im letzten Moment das Blut aus meinem Hals fließen hören können? Das wäre eine Freude zum Ende aller Freuden!“ Heute liegt Kürtens mumifzierter Kopf als Ausstellungsstück im amerikanischen Wisconsin.

2Papa Denke

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Wer in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts im schlesischen Münsterberg einkehrte, musste sich in Acht nehmen. Oft verschwanden Reisende, Handwerksgesellen oder Landstreicher – und niemand wusste wohin. Niemand, außer dem alten, harmlos wirkenden Karl Denke.

Immer wieder lud er sich herumstreunende Männer ein und bat sie gegen einen kleinen Geldbetrag etwas für ihn aufzuschreiben. Dann erschlug er sie hinterrücks mit einer Spitzhacke und bewahrte ihre Überreste auf, um ihr Fleisch zu essen oder es auf dem Breslauer Wochenmarkt zu verkaufen.

Aus der Haut seiner mindestens 42 Opfer machte er Leder für Hosenträger und Weidenkörbe.
Natürlich sahen seine Nachbarn, wie Denke Eimer mit Blut ausleerte – sie glaubten jedoch, dass er heimlich Hunde schlachten würde. Erst als es einem Landstreicher gelang zu entkommen, kam man seinem grausamen Treiben auf die Schliche. Heute noch steht sein Haus im polnischen Ziębice.

3Der Schlächter von Hannover

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„Warte, warte nur ein Weilchen, / bald kommt Haarmann auch zu dir, / mit dem kleinen Hackebeilchen, / macht er Schabefleisch aus dir. / Aus den Augen macht er Sülze, / aus dem Hintern macht er Speck, / aus den Därmen macht er Würste / und den Rest, den schmeißt er weg.“

So heißt es in einem umgedichteten Operetten-Lied über den Serienmörder Fritz Haarmann, der wegen Mordes an insgesamt 24 Jungen und jungen Männern im Alter von zehn bis 22 Jahren zum Tode verurteilt wurde.

Seine Taten vollbrachte er vor allem in der Hannoverschen Altstadt, die zur Zeit der Weimarer Republik ein hartes Pflaster war: Es wimmelte nur so vor Obdachlosen, Arbeitslosen, traumatisierten Weltkriegssoldaten und vor allem vor elternlosen Kindern und Ausreißern, an denen sich Haarmann besonders gerne verging.

Gegen sexuelle Gefälligkeiten ließ „Onkel Fritze“, wie die Nachbarskinder ihn nannten, Jungen bei sich übernachten – und oft nicht mehr lebend aus der Wohnung. Er missbrauchte seine Opfer sexuell, biss ihnen den Adamsapfel durch, zerstückelte sie und spülte sie im Klosett hinunter. Ob er sie danach wirklich schlachtete, blieb unklar.

Fakt ist jedoch, dass sich Haarmann regelmäßig mit dem Verkauf von Sülze Geld dazuverdiente und man immer wieder Säge- und Hammergeräusche aus seiner Wohnung vernehmen konnte.

4Die Bestie vom Schlesischen Bahnhof

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Eine der ärmsten und gefährlichsten Gegenden des alten Berlins war der Schlesische Bahnhof. Im Sommer 1921 fand die Polizei dort fast täglich Teile von Frauenkörpern im Luisenstädtischen Kanal, in der Nähe der Wohnung von Carl Großmann. Es war Großmanns letzter Sommer.

Kaum ein deutscher Serienmörder hatte so viele Opfer wie er und wurde nicht dafür verurteilt. Dabei war der Sohn eines Lumpensammlers schon als Lehrling durch Äußerungen von blutrünstigen Gewaltfantasien aufgefallen.

Später wurde er unter anderem durch zwei Vergewaltigungen von minderjährigen Mädchen, an deren Folge eines der Opfer starb, zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Doch mit seiner Freilassung fing das Grauen gerade erst an: Es wird spekuliert, dass Großmann etwa 100 Frauen umgebracht und zerstückelt haben soll, bevor man ihn schnappte.

Noch bevor ihm der Prozess gemacht werden konnte, strangulierte er sich mithilfe eines Stricks aus Bettzeug an einem Nagel seiner Zellentür.

5Der Engel von Bremen

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Im Bremen des frühen 19. Jahrhunderts galt Gesche Gottfried als eine vom Schicksal besonders gebeutelte Frau. Man hatte Mitleid mit ihr und den zahlreichen Sterbefällen in ihrer Familie, um die sie sich hingebungsvoll kümmerte. Deswegen gab man ihr den Spitznamen „Der Engel von Bremen“. Was die Bremer damals nicht wussten: Gesche Gottfried hatte sie allesamt vergiftet.

Mit Arsenikpulver, das sie unter dem Vorwand der Mäusebekämpfung besaß, tötete sie zuerst ihren ersten Ehemann, dann ihre Mutter, ihre beiden Töchter, ihren Vater, ihren Sohn, Bruder, zweiten Ehemann, Verlobten, ihre Musiklehrerin, ihren Nachbarn, ihre Vermieterin und viele mehr. Doch irgendwann wurde sie auf frischer Tat ertappt und zum Tod verurteilt.

Ihre Motive blieben unklar. Heute erinnert ein „Spuckstein“ in der Nähe des Bremer Doms an die Stelle, zu der Gottfrieds Kopf nach ihrer Hinrichtung auf dem Schafott gerollt sein soll.