Der Staat erhebt Steuern, um seine Ausgaben zu decken. Im besten Fall wirtschaftet er gut und lässt dem Bürger so viel wie möglich seines Geldes übrig. Doch das ist und war nicht immer so. Diese irren Steuern gab es wirklich:

1Steuer für Ämterkauf

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In Frankreich entwickelt, wurde der Ämterkauf ab der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts auch in Württemberg, Preußen oder der Pfalz betrieben. Unter den Hammer kamen alle Ämter – vom hoheitlichen Bäcker bis zum Bürgermeister – um öffentliche Gelder aufzubringen. Zum Teil wurden extra neue Funktionen und Titel erfunden.

2Bartsteuer

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Der russische Zar Peter der Große führte 1699 eine Bartsteuer ein. Er mochte westliche Lebensformen und dazu gehörte zu der Zeit auch, keinen Bart zu tragen. Deshalb musste jeder Untertan, der in seinem Reich dennoch einen Bart tragen wollte, eine Bartsteuer entrichten und erhielt dafür eine Quittung, die er immer bei sich führen musste, sonst schoren die Soldaten den Bart ab.

3Nachtigallensteuer

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1853 führte das Großherzogtum Hessen die Nachtigallensteuer ein. Diese war eine Luxussteuer und kostete jeden Besitzer einer Nachtigall fünf Gulden pro Vogel und Jahr. Der Ertrag fiel jedoch mäßig aus: 1857 wurden lediglich 35 Nachtigallen gehalten. Dennoch existierte die Steuer in Hessen bis 1918.

4Rebellionssteuer

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Nachdem der Dreißigjährige Krieg Geld und Leben dezimiert hatte, wurde in der Grafschaft Glatz in Schlesien eine Steuer für jeden Protestanten erhoben, denn immerhin war die Glaubenshaltung des Landesvaters katholisch.

5Salzsteuer

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Die in Frankreich von 1341 bis 1790 erhobene Salzsteuer traf vor allem die kleinen Leute hart. Damals wurde Salz in großen Mengen zur Konservierung von Fleisch gebraucht und aufgrund der oft körperlich belastenden Arbeit benötigten auch die Menschen mehr Salz. Der Handel mit dem Gut lag zentriert beim König, der es mit der Steuer belegt von königlichen Agenten ans Volk verkaufen ließ.

6Zehnt

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Die vermutlich erste Steuer der Geschichte war der Zehnt. Ab dem dritten Jahrhundert vor Christus wurde diese Steuer in Mesopotamien von königlichen Kommissaren eingetrieben. Dabei mussten zehn Prozent der jährlichen Erträge abgegeben werden. Wer sich nicht daran hielt, wurde einem Räuber gleichgestellt und erhielt 100 Schläge und 5 offene Wunden.

7Wallfahrtsteuer

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Um der frommen Wanderlust ihrer Bürger Einhalt zu gebieten, erhoben mittelalterliche Städte zuweilen eine Wallfahrtsteuer. Man war der Überzeugung, dass Pilgerfahrten in unruhigen Zeiten in Kriegen enden würden.

8Fenstersteuer

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Zwischen 1696 und 1851 wurden in England und Frankreich Steuern auf Fenster und Türen erhoben. Sie richteten sich nach Anzahl und Lage der Öffnungen. Infolgedessen mauerten die Hauseigentümer möglichst viele Öffnungen zu. Zum Teil sieht man Rückstände dieser Praxis noch heute.

9Perückensteuer

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Zu Beginn des 18. Jahrhunderts führte Friedrich I. in Preußen die Perückensteuer ein. Auf die angesagte Haarpracht musste jeder Träger drei Taler zahlen und erhielt für den späteren Nachweis eine Steuerquittung. Überprüft wurde das vom königlichen Perückeninspektor.

10Latrinensteuer

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Der römische Kaiser Vespasian führte im ersten Jahrhundert nach Christus die Latrinensteuer ein. So kostete das Benutzen einer öffentlichen Toilette von dort an Geld. Seinem Sohn Titus, der sich gegen die Abgabe aussprach, entgegnete er nur: „Pecunia non olet“, „Geld stinkt nicht.“ Die Franzosen waren davon wohl so begeistert, dass ihre öffentlichen Toiletten heutzutage noch „Vespasienne“ heißen.

11Schaumweinsteuer

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1902 wurde zur Finanzierung der kaiserlichen Kriegsflotte im Deutschen Reich die Schaumweinsteuer eingeführt. Diese gilt übrigens als einzige Steuer dieser Liste noch bis heute. Dem Zustand der Gorch Fock nach zu urteilen, trinken die Deutschen aber anscheinend zu wenig Sekt.