Vlad III. (ca. 1431-1477), auch „Vlad Dracula“ oder „Vlad der Pfähler“ genannt, war ein rumänischer Fürst in der Walachei. Durch zeitgenössische Schauergeschichten und die literarische Verarbeitung als Vampir kennen viele seinen Namen. Aber diese Fakten kennen die wenigsten:

1Vlad war Teil eines Ritterordens!

Vlad III., genannt: der Pfähler.
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Der vom römisch-deutschen Kaiser Sigismund gegründete „Drachenorden“ sollte das christliche Abendland gegen die Osmanen verteidigen. Schon Vlads Vater war Mitglied.

Die Familie erhielt durch den Orden den Namen „Dracul“, was auf Rumänisch „Drache“ heißt. Weil das auch „Teufel“ heißen kann, glaubte man später, Vlad habe den Titel wegen seiner Gräueltaten bekommen.

2Vlad war als Kind Gefangener der Türken!

Als Geisel der Osmanen lernte er ihre Sprache und Umgangsformen. Dadurch hatte er im Kampf gegen sie einen Vorteil.
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Vlads Vater musste sich dem türkischen Sultan unterwerfen und ihm seine drei Söhne als Geiseln überlassen. Vlad wurde für sein störrisches Verhalten oft ausgepeitscht und begann, den späteren Sultan Mehmed II. zu hassen.

3Vlads jüngerer Bruder konvertierte zum Islam!

Vlad ist in Rumänien bis heute ein Mythos.
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Radu der Schöne arrangierte sich mit den Türken. Auch nach der Freilassung als Geisel blieb er bei ihnen und konvertierte zum Islam. Dadurch wurde er zu Vlads Feind. Später bestach Radu sogar walachische Adlige, um gegen Vlad vorzugehen.

4Vlads Familie wurde von Verrätern ermordet!

Wachsfigur von Vlad in einem Museum.
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Sein Vater wurde in einem Sumpf von Attentätern ermordet. Politische Gegner brannten Vlads Bruder Mircea mit glühenden Eisen die Augen aus. Danach begruben sie ihn lebendig.

Vlad selbst wurde von den Türken als Herrscher in der Walachei eingesetzt. Später floh er nach Ungarn, sammelte Verbündete und eroberte die Walachei, um sie von den Türken unabhängig zu machen.

5Vlads Feinde waren vor allem eigene Landsmänner!

In Rumänien gibt es zahlreiche Statuen von Vlad.
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Vlad verabscheute, dass sich die walachischen Adeligen den Türken unterwarfen und sich nur für Macht und Reichtum interessierten. Viele Adelige, die er als Verräter ansah, ließ er deshalb brutal hinrichten. Die Mörder seines Vaters und seines Bruders Mircea soll er versklavt und gepfählt haben.

6Vlad soll unzählige Gräueltaten verübt haben!

Vlad trifft auf türkische Diplomaten – ein Angstbesuch für die Botschafter.
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Er soll genüsslich gespeist haben, während vor seinen Augen tausende türkische Soldaten gepfählt wurden. Türkischen Gesandten soll er Turbane an den Kopf genagelt haben, nachdem er sie darauf hingewiesen hatte, dass man unter Christen keine Kopfbedeckungen am Tische trage.

Selbst Frauen und Kinder sollen unter ihm gefoltert, gepfählt oder gehäutet worden sein. 1897 übertrug der Ire Bram Stoker in seinem Buch „Dracula“ den rumänischen Vampirglauben auf Vlad. Das war die Geburtsstunde des bekanntesten Vampirs der Welt!

7Niemand weiß, wie brutal Vlad tatsächlich war!

Vlad beim Essen, während seine Feinde gepfählt werden.
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Die westeuropäischen Schilderungen erzählen von unvorstellbaren Grausamkeiten. Allerdings sind viele unrealistisch: Er soll beispielsweise im siebenbürgischen Kronstadt 30.000 Bürger gepfählt haben. Aber selbst die größten Städte des Heiligen Römischen Reiches hatten damals kaum mehr als 10.000 Einwohner.

Die slawischen und rumänischen Chroniken bezeugen weniger tyrannische Gewalt. Hier wird hervorgehoben, dass heftige Strafen nur gegen Invasoren und Verräter angewandt wurden und nicht gegen die Zivilbevölkerung.

8Vlad war ein erfolgreicher Heerführer!

Gemälde einer Schlacht, die Vlad gegen die Türken gewann.
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Konstantinopel und große Teile des Balkans waren bereits von den Türken überrannt. Papst Pius II. rief 1460 einen Kreuzzug aus und Vlad folgte als einziger europäischer Herrscher. Er stellte eine Armee aus Hirten und Bauern auf. Sogar Jungs ab 12 Jahren und Frauen kämpften mit.

Mit nur einigen tausend Kämpfern besiegte er hunderttausende türkische Soldaten, die ausgebildet, gut ausgerüstet und bezahlt waren. Mehrmals siegte er, indem er sich als Türke verkleidete und höchstpersönlich feindliche Lager ausspionierte oder in fließendem Türkisch die Öffnung der Tore befahl.

9Vlad wurde katholisch!

Vlad wurde später oft als Inbegriff des Bösen dargestellt. Hier in der Rolle des Pontius Pilatus, wie er Jesus verurteilt.
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Vlad war erst orthodox, wurde später aber katholisch. Warum genau, weiß keiner. Die Entscheidung ist allerdings logisch, da der Drachenorden katholisch war und sich die Katholiken nicht mit der türkischen Herrschaft arrangieren wollten.

10Vlads Sohn wurde von Verrätern ermordet!

Vlad wurde erst später von Autoren zum Vampir gemacht. Auch wenn ihm viel nachgesagt wird: Blut gesaugt hat er nie.
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Vlad selbst fiel entweder in der Schlacht oder wurde von Attentätern ermordet. Sein Kopf wurde in Honig eingelegt und dem Sultan als Geschenk gebracht. Über 33 Jahre später ging es seinem Sohn Mihnea an den Kragen.

Die rumänischen Adeligen paktierten mit den türkischen Besatzern. Ein Attentäter ermordete Mihnea vor der deutschen Marienkirche in Hermannstadt, nachdem er die Messe besucht hatte. Mihneas Gebeine sind bis heute dort bestattet!