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Die Ursünde Amerikas sieht er nicht in der Sklaverei oder im Genozid an den Ureinwohnern, sondern im „Weißsein“ selbst – eine Aussage, mit welcher der Deutschlandfunk kein Problem zu haben scheint.

Fragwürdiger Neuanfang: »Weißsein« als Ursünde

In einem Beitrag für die Online-Präsenz des Radiosenders „Deutschlandfunk Kultur“ berichtet der Journalist René Aguigah von einem neuen Buch des US-amerikanischen Professors Eddie S. Glaude Jr. über den afro-amerikanischen Schriftsteller James Baldwin.

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Screenshot Twitter

In dem Werk gehe es laut Deutschlandfunk darum, „neu anzufangen“ und „den Glauben an eine bessere Welt nicht aufzugeben“. Kurz: um einen „Appell für ein Leben in den USA unter und nach Donald Trump“, der als „Manifestation der Hässlichkeit“ bezeichnet wird.

Daraufhin wird eine Passage aus dem Buch von Glaude zitiert, die weniger versöhnlich klingt: „Amerikas ‚Ursünde‘ ist nicht die Sklaverei. Amerikas Ursünde ist auch nicht der Genozid an den Ureinwohnern. Die ‚Ursünde‘ des Landes besteht vielmehr im Konzept des ‚Weißseins‘ selbst.“

Eine Hautfarbe als Ursünde: Keine Distanzierung vom Deutschlandfunk

Auf diese Zeilen, in denen eine Hautfarbe mit der Ursünde besetzt wird, folgt keine Distanzierung oder Einordnung des Radiosenders. Im Gegenteil. Der Autor des Artikels setzt noch einen drauf, indem er das Zitat des Professoren über die „weiße Ursünde“ so einleitet: „Im Zentrum dieses Selbstbetrugs steht für Glaude wie für Baldwin eine tief verwurzelte Ideologie weißer Überlegenheit“.

University of Michigan

Dabei werden das „Konzept des ‚Weißseins’“ und „White Supremacy“ in einen Topf geworfen. Neu ist das nicht. In den letzten Jahren betonen linke Aktivisten immer wieder, dass Weiße stets rassistisch sein werden – auch dann, wenn sie sich betont antirassistisch geben.

Rassismus bleibt damit eine Sache der Hautfarbe – nicht der seiner Opfer, sondern der von vermeintlichen Tätern.