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Seine „Stellungnahme“ ist nicht viel besser.

AfD-Politikerin wird entmenschlicht

Carlo Masala ist Professor für Internationale Politik an der Bundeswehr-Universität München. Von ihm werden angehende Bundeswehr-Offiziere in Außenpolitik, Sicherheitspolitik und internationale Beziehungen geschult. Jetzt sorgt der Professor mit einem geschmacklosen Tweet für Aufsehen:

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Screenshot – via Twitter

Darin stellt er ein Foto von Hitlers Ehefrau Eva Braun neben eines von Alice Weidel (AfD). Braun bezeichnet er als „Virus“ und Weidel als dessen Mutation. Die Botschaft ist unmissverständlich: Alice Weidel soll eine Nationalsozialistin sein – oder sogar etwas noch Gefährlicheres. 

»Entschuldigung gibt’s aber nicht«

Nach erstem Gegenwind löscht der Professor den Tweet: Er habe „zu viele Missverständnisse“ verursacht. Wirklich einsichtig zeigt er sich aber nicht. In Kleinkindermanier fügt er noch den Satz „Entschuldigung gibt’s aber nicht“ hinzu. Wie er den Tweet eigentlich gemeint haben will, erläutert er auch nicht.

Der Thüringer Landtagsabgeordnete Torben Braga (AfD) sieht in Masalas Tweet einen „totalitären Drang, Gegner als Ungeziefer und Parasiten zu bezeichnen“. Ein Nutzer weist darauf hin, dass der Politikwissenschaftler Masala die „historischen Folgen kennen“ müsse, die aus einer Entmenschlichung und Abwertung entstehen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Tauber hat offensichtlich wenig Probleme mit Masalas Ausdrucksweise: Er sei für seine Verhältnisse „doch recht freundlich“ gewesen. Auch Tauber ist für Ausfälle bekannt und bezeichnete 2016 CDU-interne Merkel-Kritiker als „Arschlöcher“. Damals war er CDU-Generalsekretär.

Alice Weidel ist es inzwischen gewohnt, schwer beleidigt und bedroht zu werden. 2017 wurde sie im öffentlich-rechtlichen ARD-Fernsehen vom Extra-3-Moderator Christian Ehring als „Nazi-Schlampe“ bezeichnet. Das sei natürlich „Satire“ gewesen. Ob der Bundeswehrprofessor diese Karte wohl auch ziehen wird?