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Sortiert das Weiße Haus unter Biden kritische Fragen der Presse aus? 

Sprecherin glänzt mit Inkompetenz

Die neue Sprecherin des Weißen Hauses ist für ihre Nicht-Antworten bekannt. Den wenigen kritischen Fragen, die Jen Psaki bei Pressekonferenzen gestellt werden, weicht sie meistens aus. Am liebsten verspricht sie, später „darauf zurückzukommen“ („circle back“). Im Internet macht man sich darüber lustig.

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Unter Obama war Psaki Sprecherin des US-Außenministeriums und später Kommunikationsdirektorin des Weißen Hauses. Nach Trumps Amtsantritt als Präsident arbeitete sie als politische Kommentatorin beim CNN. Als sie 2014 für das Außenministerium in Russland tätig war, löste sie einen Skandal aus.

Dabei trug sie eine Wintermütze mit Sowjetstern. Als es in sozialen Medien Kritik hagelte, hatte sie eine „geniale“ Ausrede: Alles russische Propaganda, um ihr zu schaden! Wer sie für die Mütze kritisiere und das Foto teile, „ist (unwissentlich oder nicht) einfach eine Marionette der Propagandamaschinerie“.

»Das hat mit freier Presse nichts zutun!«

Linke freuen sich seit Bidens Amtsantritt über die Harmonie bei den Pressekonferenzen. Doch jetzt gab es vereinzelt Beschwerden von Journalisten, weil Psaki im Voraus ihre Fragen haben will. „Es hat so viele Reporter angepisst, dass es dem White House Press Corps gemeldet wurde, damit die sich drum kümmern“, sagt ein Journalist.

Im Gegensatz zu den meisten Medien berichtete die New York Post über den Skandal.
Screenshot – via nypost.com

Die Trump-Administration hat mich tatsächlich nie im Voraus um Fragen gebeten und ich vermute, es hätte einen allgemeinen Aufschrei von Journalisten gegeben, wenn sie es doch getan hätten“, kommentiert eine Kollegin. Bidens Team erklärt, die Praxis sei normal und diene dem Ziel, „die tägliche Besprechung […] so nützlich und informativ wie möglich zu machen“.

Ein ehemaliger Mitarbeiter Obamas meint, das sei „lehrbuchmäßige Kommunikationsarbeit“, damit man „Fragen nicht andauernd ausweichen“ müsse. Also genau das, was Psaki trotzdem macht. Ein Journalist beklagt, dass er nicht richtig arbeiten könne, „wenn das Weiße Haus die Fragen auswählt, das es hören will. Das hat mit freier Presse nichts zu tun.