Hochhäuser erinnern die kanadische Feministin Leslie Kern an Penisse. Jetzt hat sie ein Buch darüber geschrieben! Darin lernt man, dass städtische Architektur eigentlich nur „toxische Männlichkeit“ und „männliche Macht“ ausdrückt.

Typisch westliche Städte sind nichts weiter als bedrohliche Phallus-Wälder. Die Feministin sieht nur einen Ausweg: die Polizei abschaffen!

Sind Hochhäuser Symbole der Diskriminierung?

Dunkle Gassen, Glasdächer, Straßennamen und Männerstatuen, all das sind für die Feministin Leslie Kern Symbole gelebter „Gender-Ungleichheit“.

Ganz besonders schlimm findet sie Hochhäuser: In Leslie Kerns Vorstellung sind es Penisse, die ihr überall auflauern!

Sind Wolkenkratzer heimliche Symbole des Patriarchats?
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Ein Gebäude, egal wie sehr es an einen Penis erinnert, kann nicht frauenfeindlich sein, oder?“, fragt sie suggestiv. „Bestimmt sind Hochhäuser und Glasdächer nicht verantwortlich für sexuelle Belästigung und Lohnunterschiede, oder etwa doch?“

Vergewaltigende Hochhäuser?

So weit geht die Autorin glücklicherweise doch nicht, betont aber, dass Städte auf jeden Fall Gender-Diskriminierung abbilden würden. Als Beleg zitiert sie die feministische Geographin Jane Darke mit den Worten: Unsere Städte sind ein Patriarchat, in Form von Steinen, Ziegeln, Glas und Beton.“

Bauwerke wie der Fernsehturm in Berlin dienen laut Leslie Kern der Unterdrückung der Frau. Ihre Form hat höchstens sekundär etwas mit technischen Gründen oder Platzmangel in der Stadt zu tun.
RudyBalasko – iStock

Für die Leslie Kern ist klar: Städte tragen die Normen ihrer Erbauer in sich und Sexismus sei eine „tief verwurzelte Norm“. Wie genau Gebäude Frauen unterdrücken, erklärt sie auch:

Dafür verweist sie auf das Buch „Hochhaus-Verführung, Hochhaus-Vergewaltigung“ der Architektin Dolores Hayden. Für die steht der „Büro-Turm in einer Reihe mit Monumenten, die an Penisse erinnern.“ Der vermeintliche Beweis: Architekten würden von „Sockel, Schaft und Spitze“ sprechen.

Frauen fühlen sich in Städten unsicher – Lösung: einfach die Polizei abschaffen!

Ob jetzt alle Gegenstände, die Sockel, Schaft und Spitze haben, geheime Penis-Symbole sind, lässt Leslie Kern offen. Dafür hat sie noch eine ganz andere Theorie:

Fragen Sie jede Frau, die einen Kinderwagen in den Bus mitnehmen will, ihr Kind im Park an der Brust füttern oder nachts joggen will. Die Stadt sendet ihr die Nachricht: Dieser Ort ist nicht für dich.

Auch wenn das Resümee nicht zum Rest des Buches passt: Zur aktuellen Protestbewegung passt es zufällig sehr gut.
Backbone Campaign – via Flickr (CC BY 2.0)

Man kann also beruhigt sein: Der Grund, dass Frauen nachts nicht gerne alleine joggen, sind nicht etwa Kriminelle, sondern Hochhäuser, die an Penisse erinnern.

Immerhin hat die Autorin am Ende ihres Buches „Feminist City“ für die beschriebenen Probleme auch eine Lösung parat: „Entzieht der Polizei die finanziellen Mittel und investiert sie ins öffentliche Leben.“

Denn wie jeder weiß, fühlt man sich nachts alleine in dunklen Großstadt-Straßen mit hoher Kriminalität ohne Polizei am wohlsten – gerade als Frau.