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Der zwölfte Teil des Action-Adventures von Ubisoft sorgte nach seinem Release für eine Menge Aufregung im Netz. Im Mittelpunkt dieser Aufregung stand ein verbranntes Gesicht, dessen Darstellung Kritiker als behindertenfeindlich empfanden. Kirchenverbrennungen hingegen wären genau die „Art von Energie, die viele Leute gerade wollen.“

»Inakzeptabel so über Unterschiede in menschlichen Gesichtern zu sprechen.«

Der jüngste Ableger der Videospielreihe Assassin’s Creed ist im historischen England des frühen Mittelalters angesiedelt. Norwegische Wikinger suchen nach einer neuen Heimat, überfallen englische Ländereien und plagen die Bevölkerung. Dass es in einem Videospiel mit diesem Setting nicht gerade zimperlich zu geht, dürfte jedem klar sein – so können im Spiel englische Dörfer geplündert werden und natürlich auch christliche Kirchen niedergebrannt werden.

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Den Stein des Anstoßes bildete jedoch das „entstellte Gesicht“ eines Spielcharakters. So heißt es im Beschreibungstext der Söldnerin Eoforwine: „Seitdem sie sich bei einem Unfall in Kindertagen eine schreckliche Verbrennung zugezogen hatte, fürchtet sich Eoforwine davor, dass jemand ihr entstelltes Gesicht sieht. Sie kompensiert ihre Wut durch Gewaltausbrüche.“

Screenshot Twitter

Darüber beschwerte sich ein Twitter-Nutzer mit den Worten: „Es ist absolut inakzeptabel auf diese Weise über Unterschiede in menschlichen Gesichtern zu sprechen. Videospiel-Autoren müssten das einfach besser machen können.“

Ubisoft entschuldigt sich nach Druck von Kritikern für Wortwahl

Auf die Kritik folgte prompt eine Entschuldigung des Spiele-Entwicklers: „Vielen, vielen Dank für diese Anmerkung – wir entschuldigen uns dafür, durch unsere Sprache ungewollt Behindertenfeindlichkeit ausgeübt zu haben. Wir werden diese Ausdrücke in einem zukünftigen Update entfernen.“

Während die Entschuldigung von Ubisoft auf Twitter vor allem für Spott und Kopfschütteln sorgte – unter anderem auch von Menschen mit Narben –, hatte der Konzern anscheinend kein Problem mit christenfeindlichen Aussagen namhafter Videospieljournalisten.

So leitete Alice Hall vom Videospiel-Portal Rock Paper Shotgun ihre Rezension zum Spiel auf Twitter mit folgenden Worten ein: „Ich denke, auf ein Kloster zuzurennen und zu brüllen: ‚Tötet Christus! Und brennt sein Haus nieder!‘ ist genau die Art von Energie, die viele Leute gerade wollen'“

Screenshot Twitter

Eine Entschuldigung an Christen, die weltweit so sehr massiver Verfolgung ausgesetzt sind, dass der damalige britische Außenminister letztes Jahr von Genozid sprach, gab es nicht. Auch von einer Distanzierung seitens des Spiel-Entwicklers fehlte jede Spur.

Dafür hatte sich Ubisoft immerhin etwas besonderes für das Videospiel einfallen lassen: Das Geschlecht von Protagonist Eivor kann jederzeit geändert werden.