Anzeige

Wenn wir „Tussi“ hören, denken wir sofort an eine wasserstoffblonde, solariumverkohlte, dumme und bis zum Geht-nicht-mehr der Künstlichkeit aufgeluderte Bitch. Dabei geht das Wort auf eine Frau zurück, die sehr lange hoch angesehen war.

Ursprung liegt 2000 Jahre zurück

„Tussi“ leitet sich ab von Thusnelda, der Frau des germanischen Heldens Hermann dem Cherusker. Hermann besiegte im Jahre 9 nach Christus die Römer und beendete damit die römische Fremdherrschaft über weite Teile Germaniens.

Anzeige
Hermann und Thusnelda in einem Gemälde der Romantik.
Gemeinfrei

Doch nachdem der äußere Feind geeint geschlagen war, wurde Hermann einige Jahre später von zwieträchtigen Verwandten ermordet. Und auch Thusneldas Leben nahm nach dem historischen Sieg ihres Mannes eine tragische Wendung.

»Tussis« tragisches Schicksal

Thusnelda war die Tochter des Fürsten Segestes. Segestes war ein römerfreundlicher Verräter, der sich bestechen ließ und den bis heute berühmten Sieg seines Schwiegersohns Hermann beinahe vereitelt hätte. Nach Hermanns Triumph lief Segestes endgültig zu den Römern über und lebte fortan in Rom.

So stellte man sich im 19. Jahrhundert vor, wie Thusnelda in Rom vorgeführt wurde.
Gemeinfrei

Thusnelda dagegen blieb bei ihrem Gatten. Doch gerade als sie schwanger war, unternahmen die Römer einen letzten Versuch, die verlorenen Kolonien Germaniens zurückzuerobern. Sie scheiterten zwar, konnte jedoch Thusnelda gefangen nehmen.

Die schwangere Thusnelda wurde nach Rom verschleppt, wo sie als „Beute“ in einer zum Siegeszug verklärten Parade vorgeführt wurde. Angeblich auf der Tribüne: ihr Vater, der Verräter Segestes. Danach verliert sich Thusneldas Spur. Sie sah ihre Heimat vermutlich niemals wieder.