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Joe Biden hat Rachel Levine für den Posten des Vize-Gesundheitsministers nominiert. Jetzt muss der Senat die Transfrau nur noch bestätigen und ernennen. Konservative Kreise sorgen sich nun um die zukünftige Gesundheits- und Sozialpolitik.

Vom Familienvater zur Transfrau

Richard Levine wurde 1957 geboren und lebte seinem biologischen Geschlecht entsprechend. Er studierte unter anderem in Harvard, heiratete, wurde Kinderarzt und Vater zweier Kinder. Ab 2011 identifizierte Levine sich als Transfrau namens Rachel, weshalb die Ehe zerbrach und 2013 geschieden wurde.

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ZUMA Wire – Imago Images

2015 wurde Levine zu Pennsylvanias Physician General ernannt. Das ist so etwas wie der oberste Amtsarzt des Bundesstaates. 2017 kam dann die Ernennung zum Gesundheitsminister von Pennsylvania. In dieser Funktion war Levine maßgeblich für die Corona-Politik des Bundesstaates verantwortlich.

Lockdown, Spätabtreibung und Verhütungsmittel-Mandat

Rachel Levine ist eine Verfechterin des Maskentragens unter freiem Himmel. Außerdem sprach sich die Transfrau schon früh für Alkoholausschankverbote aus. Aber nicht nur Lockdown-Kritiker sind besorgt wegen Levines kommender Ernennung, sondern auch Christen und Konservative.

Denn Levine kritisierte einen Gesetzesentwurf scharf, demzufolge Abtreibungen nach der 20. Woche verboten werden sollten – außer bei Gefährdung der Mutter. Stattdessen forderte sie das Recht auf Spätabtreibungen behinderter Kinder. Des Weiteren kämpfte sie gegen ein Verbot der Absaugmethode, bei der das ungeborene Kind bei lebendigem Leibe auseinandergerissen wird.

Levine verteidigt das „Verhütungsmittel-Mandat“, mit dem Arbeitgeber gezwungen werden, Verhütungsmittel ihrer Angestellten zu finanzieren. Präsident Trump setzte durch, dass Organisationen und Unternehmen aus religiösen Gründen vom Verhütungsmittel-Mandat ausgenommen werden konnten.

Rachel Levine (links) und Gouvaneur Tom Wolf (rechts).
ZUMA Wire – Imago Images

So wurde zum Beispiel die katholische Ordensgemeinschaft Kleine Schwestern der Armen von der Pflicht entbunden, die Verhütungsmittel ihrer Angestellten zu finanzieren. Levine kritisierte, es sei „unmoralisch und unethisch, einen Arbeitgeber zu ermächtigen, einem ganzen Geschlecht den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu verweigern.“

Gender-Toiletten, Geschlechtsumwandlungen und vielleicht noch mehr

Obamas Toiletten-Verordnung erlaubte es Schülern, je nach selbst gewähltem Geschlecht auf die jeweilige Toilette zu gehen. Weil die Trump-Regierung dieses „Recht“ nicht mehr durchklagte, sagte Levine, „die Entscheidung der Trump-Regierung, den grundlegendsten Schutz für Transgender- und nicht-binäre Jugendliche rückgängig zu machen, bricht mir das Herz“.

Natürlich unterstützt die Transfrau auch die Übernahme von Geschlechtsumwandlungskosten durch Krankenversicherungen. Christliche und konservative Kreise befürchten außerdem, dass Levines Ernennung einen großen Einfluss auf den sozialen Bereich des US-Gesundheitsministeriums haben wird.

So könnte das Ministerium beispielsweise von adoptionsvermittelnden Organisationen verlangen, Kinder auch an homosexuelle Paare zu geben. Eine stärkere Förderung von Abtreibungs-Kliniken ist ebenfalls sehr wahrscheinlich.