In deutschen Medien hört man über Polen fast nur Negatives. Die nationalkonservative Regierung gefährde die Demokratie, die Europäische Union oder wahlweise auch Flüchtlinge und Menschen mit alternativen Lebensentwürfen.

Fest steht: Das Land hat sich nach dem Untergang des Kommunismus innerhalb kürzester Zeit zu einem wirtschaftlich aufstrebenden konservativen Staat mit gesundem Selbstbewusstsein entwickelt. – Ein Staat, der uns in vielen Punkten weit voraus ist! Grund genug, dem polnischen Nachbarn über die Schulter zu schauen!

1In Polen ist Patriotismus völlig selbstverständlich!

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In Polen ist es normal, dass die Menschen ihr Land lieben. Gerade, weil die Polen eine Geschichte der Fremdherrschaften und Teilungen hinter sich haben, lassen sie sich ihren Patriotismus von niemandem ausreden. Fährt man durch polnische Dörfer, ist es inzwischen ganz normal, überall die Nationalflagge zu sehen.

Und auch die Politik tickt ganz anders als bei uns: Als ein polnischer Koch in London einen islamistischen Terroristen stoppte, hielt der polnische Präsident eine Ehrenrede für ihn. In Deutschland kannte das Regierungsoberhaupt nach einem Terror-Anschlag noch nicht einmal die Namen der Opfer.

Alljährlich gipfelt die polnische Heimatliebe im Unabhängigkeitstag am 11. November: zehntausende polnische Patrioten (und auch gern gesehene Besucher aus dem Ausland) strömen dann in die Warschauer Innenstadt.

Dort singt man in Feierlaune die Nationalhymne und lässt rot-weißen Rauch aus dem rot-weißen Fahnenmeer emporsteigen. Klingt nett? Finden die Polen auch.

2In Polen gibt es noch gemeinsame Werte!

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Ob Christmetten, Osterprozessionen oder die Sonntagsmesse: In Polen gehen Jung und Alt in die Kirche. Richtig gehört! Jung und Alt. Und das, obwohl die polnische Kirche alles andere als „modern“ und „progressiv“ ist – im Gegenteil, sie ist sehr konservativ und wertebewusst. Und genau das ist ihr Geheimnis:

Nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer konservativen Haltung ist sie so glaubwürdig. Deutsche Wischi-Waschi-Kirchen versuchen dagegen, sich möglichst an Zeitgeist und Politik anzubiedern und verlieren so fortlaufend Mitglieder.

3In Polen sind Traditionen noch lebendig!

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Wer in Polen am 13. April vor die Tür geht, muss damit rechnen, eine gehörige Ladung Wasser abzubekommen – und das nicht etwa, weil es regnet. Zum Śmigus-dyngus, einem uralten Osterbrauch, wird aus Polen jedes Jahr eine gigantische Wasserschlacht.

Vorzugsweise werden Mädchen und Frauen Opfer der meist mit Wasserpistolen oder Eimern durchgeführten Anschläge – übrigens die einzige Art von Anschlägen, die es in dem Land gibt.

Berühmt ist Polen auch für seine vielen Volkstänze wie die Mazurka und die Krakowianka. Und die finden nicht nur in Museen oder verstaubten Heimatvereinen statt. Die Jugend begeistert sich für die alten Bräuche und ist stolz darauf.

4Polens Bildungssystem ist viel besser als unseres!

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Dass die polnische Jugend einen gesunden Patriotismus pflegt, kommt nicht von ungefähr. Während im deutschen, von linken 68ern geprägten Bildungssystem Nationalstolz tabu ist, gehört die Beschäftigung auch mit positiven Teilen der eigenen Geschichte in Polen ebenso selbstverständlich dazu wie Disziplin und Respekt vor Lehrern. Der Erfolg macht sich bemerkbar: In der letzten PISA-Studie steht Polen weit vor Deutschland und lässt sogar das angebliche Vorzeige-Bildungsland Schweden hinter sich!

5Polen hat eine vernünftige Flüchtlingspolitik!

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In den letzten Jahren der großen Flüchtlingskrise hatten die deutschen Medien neben der AfD noch einen weiteren Hauptfeind: die bösen Polen, die einfach keine Flüchtlinge aufnehmen wollten. So ganz stimmt diese Vorstellung aber nicht:

Nach dem Krim-Konflikt fanden rund zwei Millionen Ukrainer in Polen ein neues Zuhause. Und siehe da: Sie integrierten sich hervorragend und es kam kaum zu Konflikten.

Das liegt natürlich auch daran, dass beide Länder trotz ihrer schwierigen Beziehungsgeschichte unglaublich viel gemeinsam haben. Ein Ukrainer findet sich einfach besser in Polen als in Ghana.

6Polen fördert Familien!

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Während linke Ideologen in Deutschland lieber auf Zuwanderung statt auf Familienförderung setzen, fördert die polnische Regierung vor allem den Nachwuchs aus den eigenen Reihen.

Dabei ist das leichter gesagt als getan: Ein knappes halbes Jahrhundert Kommunismus hat eine große Wunde in der polnischen Demografie hinterlassen. Dagegen kämpft die nationalkonservative Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit durch gezielte finanzielle Unterstützung gegen den Geburtenrückgang. So wurden im Rahmen des Projekts 500plus 500 Złoty für jedes neugeborene Kind von polnischen Familien bereitgestellt.

7Polen hat noch nicht vergessen, wohin Sozialismus führt!

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Je mehr Kontakt ein Land in seiner Geschichte mit Sozialisten hatte, desto weniger empfänglich ist es für deren Ideologie. Und Polen hatte verdammt viel Kontakt mit Sozialisten. Klar also, dass man in so einem Land nicht gerne Antifas mit Hammer-und-Sichel-Fahnen herumlaufen sieht.

8Polen ist kritisch gegenüber dem Islam!

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In Polen ist es Konsens, dass man gegen die massenhafte Einwanderung aus islamischen Ländern ist. Dennoch herrscht keine generelle Islamfeindlichkeit. Den Großteil der in Polen lebenden Muslime bildet die Gruppe der bereits im Mittelalter eingewanderten Lipka-Tataren. Obwohl sie ihren Glauben nie abgelegt haben, leben sie in friedlicher Nachbarschaft mit den polnischen Katholiken.

9Polen = Vielfalt ohne Multikulti!

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Wir merken: So eintönig wie Polen in deutschen Gruselmedien dargestellt wird, ist es in der Realität auch wieder nicht. Neben den Ukrainern und Lipka-Tataren gibt es noch Letten, Litauer, Russen, Slowenen, Tschechen und eine deutsche Minderheit mit eigener Partei im polnischen Parlament, dem Sejm. Minderheitenschutz gilt in Polen heute als besonders wichtig.

Und dennoch schafft man das, was laut hiesigen Linken ganz schlimm ist: eine unangefochtene polnische Leitkultur.