Ein Doktortitel ist etwas ganz Besonderes. Oftmals dauert es viele Jahre, bis man den Titel errungen hat. Wirklich ärgerlich wird es, wenn sich Jahre später herausstellt, dass sich der ein oder andere Fehler eingeschlichen hat. Bei Politikern scheint das oft der Fall zu sein.

1Bijan Djir-Sarai (FDP)

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Der Grevenbroicher FDP-Politiker stand 2011 unter Verdacht, bei seiner Doktorarbeit ungenügende Quellen angegeben zu haben. Djir-Sarai wies die Vorwürfe zwar zurück, doch 2012 wurde ihm der Titel durch die Universität Köln entzogen.

2Ursula von der Leyen (CDU)

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25 Jahre nach ihrem Abschluss wurde Ursula von der Leyen vorgeworfen, bei ihrer medizinischen Dissertation an 37 Stellen abgeschrieben zu haben. Die Medizinische Hochschule Hannover überprüfte die Arbeit und entschied, dass von der Leyen „trotz klarer Mängel“ ihren Titel behalten darf.

3Frank Steffel (CDU)

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Der Berliner Bundestagsabgeordnete der CDU verlor 2019 seinen Doktortitel der Wirtschaftswissenschaft aufgrund erheblicher Plagiate. Die Entscheidung der Prüfungskommission war einstimmig. Sie stellten sogar eine bedingte Täuschungsabsicht fest.

4Franziska Giffey (SPD)

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Die Bundesfamilienministerin steht seit rund anderthalb Jahren unter Plagiatsverdacht. Zwar entschied sich die Freie Universität Berlin, Giffey den Titel nicht abzuerkennen, sie sprach jedoch eine Rüge aus.

Zuletzt forderte im Oktober 2020 der AstA der FU Berlin eine erneute Prüfung mit dem Ziel, Giffey den Titel endgültig zu entziehen.

5Roland Wöller (CDU)

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Im Jahr 2008 wurde dem CDU-Politiker vorgeworfen, in seiner Doktorarbeit bei einem Studenten abgeschrieben zu haben. Die Anschuldigung blieb ohne Konsequenzen, allerdings wurde Wöller 2011 von seinem eigenen Doktorvater fallengelassen und als Scharlatan bezeichnet.

6Annette Schavan (CDU)

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Der ehemaligen Bildungs- und Forschungsministerin wurde von der Universität Düsseldorf 2013 der Doktortitel aberkannt. Seitdem gilt ihr Universitätsstudium als nicht abgeschlossen. Schavan gab daraufhin ihr Ministeramt auf.

7Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)

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Seit 2011 gilt der Name des bayerischen Politikers als Symbol für Plagiate. In diesem Jahr entzog ihm die Universität Bayreuth den Doktortitel. Es entstand damals ein Skandal, der hohe Wellen schlug. Guttenberg musste von seinem Amt als Verteidigungsminister zurücktreten und sein Mandat als Bundestagsabgeordneter ablegen. Inzwischen hat er jedoch einen neuen Doktortitel errungen.

8Kai Schürholt (CDU)

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Im Jahr 2007 war Schürholt Oberbürgermeisterkanditat für die CDU in Landau in der Pfalz. Dabei gab er sich als Doktor der Theologie aus – obwohl er mit seinem Doktor noch gar nicht fertig war. Als alles aufflog, erfand Schürholt einen Gehirntumor, um sich vor dem Wahlkampf zu drücken. Danach wurde er zweimal zu einer Geldstrafe verurteilt und trat aus der Partei aus.