1Felina Feminismus

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Auf den ersten Blick sieht Felina ganz normal und unscheinbar aus. Doch nach näherer Betrachtung fällt dir schnell auf, dass etwas bei ihr nicht stimmt.

Der erste Indikator ist der Vagina-Sticker auf ihrem Ordner. Sie kennt nur zwei Gesprächsthemen: ihre Kurse über queer-feministische Literatur und ihre allgegenwärtige Benachteiligung als Frau.

Sie studiert Literaturwissenschaft oder „irgendwas mit Medien“ und ist ein aktives Mitglied einer linken oder sozialistischen Hochschulgruppe. Zur StuPa-Wahl grinst ihr bebrilltes Gesicht von den Plakaten auf dich hinab. Deine Meinung ist ihr herzlich egal, wenn du ein weißer Cis-Mann bist – du kennst deine Privilegien halt nicht!

2Normie-Norman

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Norman studiert VWL und begibt sich ausschließlich mit teuren Markenklamotten in den Hörsaal. Dank seines gut betuchten Vaters kann er sich eine Wohnung unmittelbar bei der Uni leisten.

Er muss natürlich nicht neben dem Studium arbeiten, weshalb er sich voll auf die wichtigen Dinge konzentrieren kann: feiern und mit seinen Jungs um die Häuser ziehen.

Für Politik interessiert Norman sich eigentlich nicht, jedoch weiß er dank Jan Böhmermann stets darüber Bescheid, was das braune Pack so plant.

3Adrian Antifa

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Adrian studiert Soziale Arbeit. Er reist von Demo zu Demo durch ganz Deutschland, weshalb sein Studium etwas zu kurz kommt und er schon im 15. Semester ist.

Seine Halbglatze versteckt er unter einem schwarzen Kapuzenpullover. Um seinen Hals wickelt er stets ein Palästinensertuch, um im Falle des Falles sein teilweise bärtiges Gesicht zu vermummen – es könnten ihm ja ein paar Nazis über den Weg laufen.

Stolz trägt er Antifa- und „FCK NZS“-Buttons auf seiner zerlöcherten Jeansweste und seine Handgelenke zieren zahlreiche Bändchen von Reggae- und „Gegen Rechts“-Konzerten. Seine Freistunden verbringt er damit, uns alle mit linken Parolen auf Unitoiletten vor dem Faschismus zu retten.

4Hendrik Hipster

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Als Zweitsemester in Politikwissenschaft weiß Hendrik genau, wie es an der Uni läuft. Nachdem er mit seinem Longboard zum Hörsaal gerollt ist, muss er sich erstmal mit Pueblo-Tabak aus seinem Bauchtäschchen eine Zigarette drehen, die er genüsslich zu seinem 7,90-€-Fair-Trade-Soja-Latte raucht.

Auf seinem neusten Macbook prangt ein „Refugees Welcome“-Sticker, denn er ist ein Freidenker. Leider ist er oft erkältet, da seine hautenge Neunundneunzig-Hundertstel-Jeans viel Haut an seinen Knöcheln freilässt. Wenigstens trägt er dafür auch im Sommer seinen Beanie.

5Thomas/Tabea Transmann

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Thomas hieß nicht immer so. Seine Eltern nannten ihn einst Tabea, nachdem sie ihm bei seiner Geburt das Geschlecht „weiblich“ aufgezwungen hatten. Gott sei Dank gehört das der Vergangenheit an!

Seit seiner Transition trägt Thomas nur noch Männerklamotten und versteckt seine Brüste mit Hilfe eines Stoffbandes. Das Verhältnis zu seinen Eltern ist seitdem leider problematisch, weshalb er es auch jeden Tag auf Twitter thematisiert.

Zum Glück sind alle Dozent*innen in seinem Gender-Studies-Kurs sehr verständnisvoll. Trotz aller Anstrengungen ist er noch klar als biologisch weiblich erkennbar, wird hier aber bereits als das höhere Wesen akzeptiert, das er ist.

6Herr Meyer, der linke Dozent

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Jeder, der ein geisteswissenschaftliches Fach studiert, wird früher oder später in einem seiner Kurse sitzen. Worum es in seinen Klausuren gehen soll, ist auch kurz vor Ende des Semesters noch schleierhaft, da Herr Meyer den Großteil seines Unterrichts damit verbringt, sich über Rechtspopulismus und Donald Trump aufzuregen.

Herr Meyer weiß, dass nur Neues Deutschland und TAZ seriöse Zeitungen sind. Er ist kinderlos, hat den Namen seiner Frau angenommen und wird nicht müde, dies stets zu betonen.

Im Geiste ist er junggeblieben, was er durch seinen Kleidungsstil, bestehend aus khakifarbenem Jackett und weißen Converse-Schuhen gut erkennbar zeigt. Er sieht sich selbst mehr als Kumpel denn als Dozent.