1„George Orwell“ ist nur ein Künstlername. Der Autor von „1984“ heißt eigentlich Eric Arthur Blair. Er wurde 1903 als Sohn eines britischen Kolonialbeamten in Indien geboren.

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2Orwells erstes Wort als Kind könnte kaum passender für den Autor des düstersten Zukunftsromans aller Zeiten sein. Es war „beastly“, was „brutal“ bedeutet.

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3Orwell hatte mal ein Hitlerbärtchen. Das war aber zu einer Zeit, als Hitler noch kaum international bekannt ist. Der Zweifingerbart stammt ursprünglich aus Amerika und wurde im 19. Jahrhundert beliebt.

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4Aldous Huxley, Autor des dystopischen Romans „Schöne neue Welt“ von 1932 war Orwells Französischlehrer am College.

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5Orwell war in seiner Jugend Sozialist. Das ging so weit, dass er 1936 auf Seite der Kommunisten in den Spanischen Bürgerkrieg zog. Der direkte Kontakt mit den Marxisten desillusionierte ihn und führte ihn zu der Erkenntnis, dass linke Regierungen immer in Unrecht, Gewalt und Totalitarismus enden.

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6Ozeanien, den Staat, um dem es in „1984“ geht, hat Orwell sich vor allem als ein kommunistisches England vorgestellt.

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7Der berühmte Slogan „2+2=5“ war eine offizielle Parole der Kommunistischen Partei während des zweiten Fünfjahresplans. Damit sollte die Erfüllung der Ziele des Fünfjahresplans in nur vier Jahren propagiert werden.

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8Die Gedankenpolizei beruht auf dem sowjetischen NKWD, der Millionen Menschen willkürlich wegen tatsächlicher oder auch nur vermeintlicher Staatsfeindlichkeit verhaftet und umgebracht hat.

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9Inspiration für den „Zwei-Minuten-Hass“ waren die täglichen Reden kurz vor Schichtbeginn der sowjetischen Arbeiter. Die „Hass-Woche“ geht auf die wochenlangen Propagandafeste zu Jubiläen der Oktoberrevolution zurück.

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10Während des Zweiten Weltkriegs glaubte Orwell, dass die britische Demokratie den Krieg nicht überleben würde. Für ihn war die Frage nur, ob sie durch einen faschistischen Putsch von oben oder durch eine kommunistische Revolution von unten gestürzt wird.

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11Obwohl er den Grundgedanken seiner Dystopie schon 1944 hatte, begann er erst knapp drei Jahre später mit dem Schreiben.

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12Zur Zeit der Niederschrift war Orwell bereits schwer tuberkulosekrank. Sieben Monate nach der Veröffentlichung starb er.

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13Auch während seiner Arbeit am Buch ging Orwell fast drauf. Bei einem Bootsausflug mit seinen Kindern fiel er über Bord und wäre fast ertrunken.

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14Ironischerweise wurde Orwell staatlich überwacht, als er sein Buch über staatliche Überwachung schrieb. Grund für die Bespitzelung war die Vermutung, Orwell könnte noch immer Sozialist sein.

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15Die Handlung wurde erst von 1980 auf 1982 und schließlich auf 1984 verschoben, ein Zahlendreher also des Jahrs 1948, in dem das Buch geschrieben wurde.

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16Eigentlich sollte der Titel “The Last Man in Europe“ lauten. Orwell fragte schließlich seinen Verleger, was ihm besser gefiel und der entschied sich für das werbewirksamere „1984“.

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17Die Geschichte beginnt zwar am 4. April 1984, aber schnell wird klar, dass das wirkliche Datum wegen der permanenten Geschichtsfälschung durch die Partei eigentlich völlig unbekannt ist.

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18In „1984“ ist die Welt in drei Supermächte aufgeteilt. Ozeanien besteht aus den früheren USA, Großbritannien und Australien, Eurasien aus Europa und Russland, und Ostasien aus China, Korea und Japan.

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19Das Wahrheitsministerium, das nur Lügen verbreitet, wurde vom britischen BBC inspiriert. Das berüchtigte Zimmer 101 ist ein Konferenzraum in der BBC-Zentrale.

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20Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Orwell von 1941-1943 selbst für die BBC. Seine tiefen Einblicke in die Propaganda-Maschinerie inspirierten ihn zu „1984“.

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21Bis 1989 wurde Orwells Buch in 65 Sprachen übersetzt, so viele wie kein anderer englischer Roman zu dieser Zeit.

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22Literaturexperten glauben, dass „1984“ stark durch den dystopischen Roman „Wir“ von Jewgeni Samjatin beeinflusst wurde.

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23Orwells Freunden zufolge war seine Frau Sonia das Vorbild für die Figur von Julia, die Liebe des Protagonisten Winston.

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24Um eine sozialistische Unterwanderung Englands zu verhindern, erstellte Orwell seit Anfang der 1940er Jahre eine Liste von Künstlern, die möglicherweise mit den Kommunisten sympathisierten. Darauf standen u.a. die großen Künstlerkollegen Orson Welles, Charlie Chaplin und George Bernard Shaw.

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25Der „Große Bruder“ ist das Vorbild für die sogenannten „Big Brother Awards“, jährlich verliehene Negativpreise für Überwachung und Kontrollwahn.

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26„1984“ gilt als Barometer für die Sorge der Bürger vor zunehmender Überwachung. Nach großen Enthüllungen und Daten-Skandalen steigen die Verkaufszahlen regelmäßig an.

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27Als Orwells Roman 1948 erschien, war die prophezeite Überwachungstechnik noch Science-Fiction. Inzwischen sind Dinge wie der „Televisor“, ein Gerät zum permanenten Senden und Empfangen von Sprachnachrichten, erschreckend real.

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28Orwell sagte mit „Neusprech“ auch die Political Correctness voraus. In „1984“ spricht man nicht von „Kritikern“, sondern von „Gedankenverbrechern“, so wie man heute von „Hatespeech“ und „Hassverbrechern“ redet.

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29„1984“ ist das Lieblingsbuch zahlreicher Promis, zum Beispiel von Stephen King, Mel Gibson, David Bowie oder „Game of Thrones“-Star Kit Harington.

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30„1984“ wurde mehrmals verfilmt und hat zahlreiche finstere Zukunftsfilme wie „Equilibrium“ inspiriert.

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31Obwohl viele von Orwells Vorhersagen eingetroffen sind, wird „1984“ immer wieder politisch instrumentalisiert, um Überwachungsskeptiker zu diskreditieren. Die WELT bezeichnete Orwells Roman zuletzt 2017 als „Lieblingsbuch aller U-Bahn-Schubser, Vergewaltiger, Heroindealer, Terror-Planer, Grapscher, Taschendiebe, Goldmünzenräuber, Schläger und Hooligans“.

via WELT

32„1984“ ist eines der am häufigsten verbotenen Bücher aller Zeiten.

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33Ab 2021 erlöscht das Urheberrecht für „1984“. Von da an darf jeder den Roman frei nachdrucken.

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34In einem Brief enthüllt Orwell, warum er „1984“ geschrieben hat. Er sagt darin, dass Männer wie Hitler und Stalin immer wiederkehren und Freiheit nichts ist, was man besitzt, sondern wofür man täglich kämpfen muss.

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