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1. Schlimmster Anschlag in 36 Jahren

Am 19. Dezember 2016 gegen 20 Uhr steuerte der Tunesier Anis Amri einen Sattelzug in Besucher des Weihnachtsmarkts an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz in Berlin. Elf Menschen starben. 55 wurden verletzt. Amri, der sich zuvor zum Islamischen Staat bekannt hatte, floh nach Italien, wo er von Polizisten erschossen wurde.

Seit dem Anschlag auf das Oktoberfest in München am 26. September 1980 hatte es keinen schlimmeren Terroranschlag in Deutschland gegeben.

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2. Täter mit 14 Identitäten

Amri war am 6. Juli 2015 illegal nach Deutschland eingereist, wo er ein Schlaraffenland für IS-Mörder vorfand. Wieder und wieder konnte er sich unter verschiedenen Namen als Asylsuchender registrieren lassen. Insgesamt nutzte der Scheinasylant 14 Identitäten!

 

hanohiki – iStock

 

3. Staat ließ Angehörige links liegen

Neun Wochen dauerte es, bis sich Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller per Brief bei den Angehörigen und Verletzten meldete. Angela Merkel traf die Hinterbliebenen erst nach 364 Tagen.

 

4. Amri war bekannter „Gefährder“

Amri war vom Winter 2015 bis September 2016 von der Polizei als „Gefährder“ beobachtet worden – zeitweise sogar in sogenannter Manndeckung, also rund um die Uhr.

Nach damaligen Erkenntnissen hatte er nach chemischen Formeln für die „Herstellung von Sprengmitteln“ gesucht, die Vorbereitung eines „Anschlags mit Schnellfeuergewehren“ geplant und einen „Selbstmordanschlag durch Sprengstoffgürtel“ angedeutet.

 

Digitalsignal – iStock

 

5. Trauergottesdienste als Polit-PR

Einen Tag nach dem Anschlag inszenierte die Politik eilig einen Gedenkgottesdienst – wer zu den Opfern gehörte, stand da noch gar nicht fest! Das Bundeskriminalamt hatte eine Informationssperre zum Verbleib der Opfer verhängt und sich 72 Stunden Zeit für die Identifikation gelassen.

Am 19. Februar 2017 las man auf Tagesspiegel.de: „Angehörige, die wussten, dass sie Verwandte verloren hatten, wurden (…) von Sicherheitsleuten daran gehindert, am Trauergottesdienst in der Gedächtniskirche teilzunehmen. Begründung: In der Kirche säßen hochkarätige Politiker.“

Auch drei Jahre später fehlten die Betroffenen bei der Gedenkandacht. Die zuständige Berliner Senatsverwaltung lud sie nicht persönlich ein, hieß es 2019 beim Deutschlandfunk, „um sie nicht unnötig zu belasten und unter Druck zu setzen“.

 

6. Viel Personalmangel

Noch wenige Tage vor dem Anschlag hatte Amri in den Räumen der Moschee des Vereins „Fussilet 33“ in Berlin-Moabit gewohnt. Moschee und Verein waren Ermittlern seit Jahren als Sammelbecken für salafistische Islamisten bekannt. Kontraste nannte es den „Stützpunkt des IS in der deutschen Hauptstadt“.

Von einem Verbotsverfahren hatte der damalige Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) aber abgesehen – wegen Personalmangels.

 

Fahndungsfoto

 

7. Und noch mehr Personalmangel

Der Eingang der Fussilet-Moschee wurde monatelang von Polizeikameras überwacht. Die letzte Aufnahme von Amri vor der Mosche entstand nur eine Stunde vor dem Anschlag. Unfassbar: Ausgewertet wurde das Material aber nicht.

 

8. Behörden stoppten Observation

Im September 2016 beendete die Berliner Generalstaatsanwaltschaft Amris Observation. Begründung: Die Polizei lieferte ihr keinerlei Infos mehr, mit denen der Terrorverdacht gestützt werden könnte.

Dabei hatten Terrorermittler aus NRW bereits im Juni 2016 beim Generalbundesanwalt einen ausführlich begründeten Haftbefehl beantragt!

 

Olaf Wagner – imago images

 

9. Merkel ließ sich 358 Tage Zeit

Erst ein schlappes Jahr nach dem Anschlag raffte sich Angela Merkel auf und besuchte den Tatort Breitscheidplatz. Am 12. Dezember 2017 legte sie dort eine weiße Rose nieder und trank einen alkoholfreien Glühwein.

 

10. Warnungen aus dem Ausland

Nach Abbruch der Überwachung wurde Amri im Oktober 2016 in der länderübergreifenden Polizeidatenbank INPOL als „foreign fighter“ und mutmaßlicher IS-Kämpfer erfasst. Zeitgleich kamen Warnhinweise des marokkanischen Geheimdiensts: Amri sei „Anhänger des IS“ und „führe ein Projekt aus“.

Trotzdem: Das Landeskriminalamt beantragte keine neuen Überwachungsmaßnahmen bei der Generalstaatsanwaltschaft.

 

Seeliger – imago images

 

11. Politik ließ sich von Amri für doof verkaufen

Wie die Attentäter von Paris und Nizza hatte auch Amri muslimische Verhaltensregeln bewusst missachtet. So handelte er mit und konsumierte Drogen, trank Alkohol und hielt den Ramadan nicht ein. Islamismusexperten wissen: Damit sie unter Ungläubigen nicht auffallen, sind Dschihadisten solche „Sünden“ explizit gestattet!

Wie SPD-Innensenator Andreas Geisel am 23. Januar 2017 aussagte, habe Amris Verhalten bei den Verantwortlichen jedoch tatsächlich zur „Fehleinschätzung“ geführt, dass dieser keine Gefahr mehr dargestellt hätte.

 

12. Trauern verboten!

Am 8. Januar 2017 zitierte Tagesspiegel.de eine Frau, deren Lebensgefährte beim Anschlag schwer verletzt worden war wie folgt:

„Ich finde die mangelnde Beachtung vonseiten des Staates traurig und unwürdig. (…) Der Bundestag war nicht mal zur Unterbrechung der Weihnachtspause für eine Schweigeminute bereit. Und Politiker erklären ständig, dass man jetzt schnell zur Normalität übergehen sollte. Aber für uns wird es eine solche Normalität nie wieder geben. (…) Der LKW-Fahrer ist in Polen mit großer Anteilnahme beigesetzt worden. Hier gab es einen Gedenkgottesdienst am Tag nach der Tat. Aber da hatten viele Angehörige ganz andere Sorgen. Soll es das wirklich gewesen sein? (…) Von den Opfern weiß und hört man so gut wie nichts, jedenfalls nicht von den deutschen.“

 

hanohiki – iStock

 

13. Wirklich ein Einzeltäter?

Im Februar 2019 berichtete der Focus über ein geheimes Video, das zeige, wie eine Person Amri den Weg aus der Menschenmenge freischlägt. Diese Person ähnele dem zeitweise hauptverdächtigen Tunesier Bilel Ben Ammar – ein enger Vertrauter Amris.

Pikant: Ben Ammar wurde anderthalb Monate nach dem Anschlag plötzlich abgeschoben. Dem Focus zufolge gab es dafür einen gewichten Grund: Ben Ammar soll V-Mann des marokkanischen Geheimdienstes DGST sein.

 

 14. Hinterbliebene warfen Merkel Totalversagen vor

Fast ein Jahr nach dem Anschlag schrieben die Angehörigen der Opfer der Bundeskanzlerin einen offenen Brief:

„In Bezug auf den Umgang mit uns Hinterbliebenen müssen wir zur Kenntnis nehmen, Frau Bundeskanzlerin, dass Sie uns auch fast ein Jahr nach dem Anschlag weder persönlich noch schriftlich kondoliert haben. Wir sind der Auffassung, dass Sie damit Ihrem Amt nicht gerecht werden.“

„Der Anschlag galt nicht den unmittelbar betroffenen Opfern direkt, sondern der Bundesrepublik Deutschland. Es ist eine Frage des Respekts, des Anstands und eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass Sie als Regierungschefin im Namen der Bundesregierung unseren Familien gegenüber den Verlust eines Familienangehörigen durch einen terroristischen Akt anerkennen.“

 

Fahndungsfoto

 

15. Der verlorene Ausweis

Amri wurde identifiziert, weil ein Dokument zu seiner Duldung als Asylbewerber im Fußraum des LKW lag. Man kennt das:

Ihre Ausweise ‚vergessen‘ hatten zuvor schon die Attentäter, die Anfang 2015 die Redaktion der Zeitung „Charlie Hebdo“ in Paris gestürmt hatten, ein Angreifer der Terrornacht von Paris am 13. November 2015 und der LKW-Dschihadist von Nizza. Terrorexperten sagen, die Ausweise würden als eine Art Visitenkarte hinterlassen.

 

16. Ein Geheimdienstskandal?

Der langjährige Polizist und Bestsellerautor Stefan Schubert glaubt nicht an Pleiten, Pech und Pannen. Seinen Recherchen zufolge übte die CIA Druck auf deutsche Behörden aus, nicht gegen Amri vorzugehen.

Der Tunesier habe dem US-Geheimdienst nämlich als Lockvogel gedient. Über Amri habe Washington Daten über das IS-Netzwerk in Deutschland, in Italien und in Libyen sammeln wollen. Aus Geheimdienstkreisen habe Schubert erfahren: „Den Amis sind ein Dutzend toter Deutscher egal.“

Auch der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele sagte im Dezember 2017: „Ich fürchte, dass da im Hintergrund eine ordnende Hand war.“

 

Christian Ditsch – imago images

 

17. Amri-Freund plante ebenfalls Anschlag in Berlin

Am 8. April 2018 nahm die Polizei sechs Personen im Alter von 18 bis 21 Jahren fest, die einen Anschlag auf den Berliner Halbmarathon geplant haben sollen. Der Hauptverdächtige soll Amri aus dem Umfeld der Fussilet-Moschee gekannt haben und sich für dessen Tod gerächt haben wollen. Aus Mangel an Beweisen wurden alle Verdächtigen wieder freigelassen.

 

18. Terrorists welcome!

Offenbarungseid: Die Berliner Linken-Chefin Katina Schubert sagte wenige Wochen, bevor sich der Terroranschlag erstmals jährte: „Es konnte mir noch niemand erklären, warum es so wahnsinnig von Vorteil ist, potenzielle Terroristen abzuschieben. Was ist denn gewonnen, wenn sie andernorts schwere Verbrechen begehen?“

 

Irina Gelwich – iStock

 

19. Die Folgen des Anschlags I

Politische Konsequenzen gab es nach dem Anschlag keine – auch nicht in der Migrationspolitik. Dafür feiern wir heute auf verbarrikadierten Weihnachtsmärkten hinter grün bepinselten Betontannbäumen. Viele Städte verwenden auch spezielle Gitterbarrieren aus Israel – einem der terrorgeplagtesten Länder der Welt.

 

20. Die Folgen des Anschlags II

Ein Jahr nach dem LKW-Dschihad stellte der „Opferbeauftragte“ der Bundesregierung seinen Abschlussbericht vor. Zentrale Erkenntnis: „zentrale Strukturen auf Bundesebene zu schaffen, (…) damit im Falle eines künftigen Anschlags Opfer gleich einen direkten Ansprechpartner auf Bundesebene haben“.

 

21. Frau, die Amri laufen ließ, wurde befördert

Als Leiterin der Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamts hatte Jutta Porzucek „die Gefährlichkeit des Amri bezüglich eines islamistischen Terroranschlages nicht als hoch eingeschätzt“. 2018 wurde Porzucek dennoch zur Chefin der Direktion 1 befördert, wo sie fortan 1.700 Polizisten befehligt.

Im rot-rot-grün regierten Berlin sind tödliche Fehleinschätzungen also kein Karrierehindernis.