1»Die Viehbauern verfüttern doch Wachstumshormone!«

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Das Verabreichen von Wachstumshormonen ist in Deutschland strengstens untersagt und würde dem jeweiligen Tierhalter ein Berufsverbot einbringen. Wir sind hier nicht in Amerika!

2»Wir brauchen mehr Bio-Landwirte!«

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Die meisten Produkte betreffend, ist der Bio-Markt in Deutschland längst gesättigt. Nur einige Prozent der Bevölkerung konsumieren tatsächlich Bio-Produkte. Außerdem würden die in der Bio-Landwirtschaft verringerten Erträge nicht ausreichen, um unseren Bedarf an Lebensmitteln zu decken, ohne massenhaft ausländische Nahrungsmittel zu importieren.

3»Bio-Landwirtschaft ist umweltfreundlicher!«

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Kann sein, muss aber nicht. Schon gewusst, dass in der biologischen Landwirtschaft zwar keine chemischen Pflanzenschutzmittel genutzt werden dürfen, dafür aber zum Beispiel Kupfer gespritzt wird? Stimmt, ist nicht chemisch erzeugt. Dafür aber ein Schwermetall!

4»Die Landwirte verursachen die zunehmende Nitratbelastung unserer Gewässer!«

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Natürlich wird in einzelnen Gegenden der Grund für die Nitratbelastung auch an der überkommenen Arbeitsweise einzelner Bauern liegen. Doch pauschal stimmt diese Behauptung nicht! Noch dazu lassen deutsche Klärwerke tonnenweise Nitrat in die Gewässer laufen, die in der Ursachenforschung für Nitratbelastung im Grundwasser bisher einfach ignoriert wurden.

5»Die Bauern sind verantwortlich für das Insektensterben!«

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Die deutsche Landwirtschaft ist streng reguliert. Pflanzenschutzmittel werden zum Beispiel Bienengefährdungsstufen von B1 (gefährlich) bis B4 (ungefährlich) zugeordnet, so dass der Einsatz entweder verboten ist oder auf den Rhythmus der Biene eingestellt wird, um sie zu schützen. Gleichzeitig prägen blühende Felder die Kulturlandschaft und bieten Lebensraum für viele Insekten.
Käme die konventionelle Landwirtschaft einem Massenmord an Bienen gleich, würden Imker wohl kaum ihre Bienenvölker an Rapsfelder stellen, oder? Vielleicht möchte der durchschnittliche Boomer aber auch nur die Schuld von sich und seinem bienenfeindlichen Schottergarten ablenken?

6»Die moderne Landwirtschaft mit ihren Monokulturen…«

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Alleine schon aus wirtschaftlichen Gründen pflegen die allermeisten Bauern keine Monokulturen. Die sind nämlich schlecht für die Bodenfruchtbarkeit, erhöhen das Risiko für Bodenerosion und die Gefahr kulturspezifischer Pflanzenkrankheiten, derer man dann nur noch schwerlich Herr wird. Wer sich über Monokulturen deutscher Bauern aufregt, beweist nur, dass er echt gar keinen Plan von unserer Landwirtschaft hat.

7»Die Landwirtschaft zerstört die Biodiversität!«

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Hast du schon mal gezählt, wie viele Kräuter du auf einem reinen Buchenwaldboden findest? Spoiler: Die Zahl geht gegen Null! In der Natur setzt sich gerade auf guten Böden in gemäßigten Klima eine Monokultur durch. In unserem Beispiel sind das Buchen. Bunte, insektenreiche Blumenwiesen sind meist das Ergebnis intensiver Landwirtschaft seit dem Mittelalter. Dadurch sind viele magere Standorte erzeugt worden, durch deren Mangelversorgung spezialisierte Arten eine Chance hatten. Außerdem führt intensive Bewirtschaftung zu saisonal und jährlich unterschiedlichem Bewuchs, was wiederum die Artenvielfalt begünstigt.
Auch wenn es Grüne nicht gern hören: Die Landwirtschaft trägt zur Biodiversität bei!

8»Ohne Pflanzenschutzmittel wäre alles besser!«

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Mit Pflanzenschutzmitteln werden Krankheiten, Schädlinge oder Unkräuter bekämpft. Das macht der Landwirt nicht, weil er gierig ist, sondern weil Untätigkeit zu einem völligen Ernteausfall führen kann. Das hat oft zu Hungersnöten in Europa geführt, die uns inzwischen zum Glück erspart bleiben! Je weniger ein Landwirt mit Pflanzenschutzmitteln arbeitet, desto mehr muss er mechanisch tun, also den Boden bearbeiten. Das verschlechtert das Bodengefüge, sorgt für Bodenverluste und schadet den Bodenorganismen.

9»Tiere müssen heutzutage unnatürlich oft gebären!«

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Einfach nein. Tiere zeichnen sich nicht durch Enthaltsamkeit aus. Sobald beim weiblichen Tier nach der Geburt der erste Zyklus einsetzt, kommt es zur Begattung und damit normalerweise zur Befruchtung. Während Tiere keinen Grund sehen, zu warten, gesteht der Mensch beispielsweise einer Kuh eine Rastzeit zu, damit sie sich von den Strapazen der Trächtigkeit und der Geburt erholen kann.

10»In der modernen Tierhaltung werden ständig Hormone eingesetzt!«

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Ja, Hormone können eingesetzt werden, beispielsweise um eine Gebärmutterzyste zu therapieren. Das ist dann aber eine medizinische Behandlung. Es gibt auch weitere Anwendungsgebiete, wie Oxytocin (Kuschel- & Milchgabehormon) für eine junge Kuh, wenn ihr vor lauter Aufregung die Milchabgabe stockt, oder die Eisprung-Synchronisation einer Herde mittels Hormongabe. Ist aber beides unüblich und kostet nur Geld, das man sich sparen kann. Wird deshalb auch kaum gemacht.
Aber keine Sorge: Ihre unnatürliche Dosis an Sexualhormonen bekommt Yoga-Jana schon durch die Pille, die sie seit der Pubertät regelmäßig nimmt!

11»Milchviehhalter sind grausam, weil sie Kuh und Kalb von einander trennen!«

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In der Natur lassen Kühe ihre Kälber erst nach ein paar Tagen zur Herde, weil erst dann eine Beziehung aufgebaut wird. Landwirte trennen Kuh und Kalb möglichst früh, um eine schwere Trennung zu verhindern. Sie tun das also nicht, um die Erstmilch zu verkaufen. Die bekommt das Kalb! Sie tun es, um Stress für das Tier zu vermeiden.

12»Die Maschinen werden doch immer größer, das ist umweltschädigend!«

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Ja, landwirtschaftliche Maschinen sind in den vergangenen Jahren größer geworden. Nur so können die wenigen Arbeitskräfte all die Arbeit erledigen. Außerdem ist zum Beispiel ein großes Güllefass ressourcenschonender als ein kleines, mit dem man doppelt so oft fahren muss. Das ist für Grüne natürlich wieder zu weit gedacht!

13»Landwirte haben die Pflicht, zu…«

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Erhaltung der Artenvielfalt, Pflege der Kulturlandschaft, Gewässerschutz, Verschönerung der Erholungsräume… All das und noch viel mehr erwarten wir von Landwirten. Und auch wenn sie sicherlich größere Idealisten sind als Doppelmoral-Grüne – von Luft und Liebe können sie auch nicht leben. Wenn die Gesellschaft also eine Leistung möchte, muss sie auch dafür entschädigen!

14»Die Fleischproduktion verschwendet Wasser!«

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Oft wird behauptet, es koste zu viel Wasser, Vieh zu halten. Das gilt vielleicht für Saudi-Arabien. Dort braucht man aufwendige Transporte oder baut Brunnen, die tiefe Grundwasservorkommen aus der Eiszeit ausbeuten, um das Vieh zu tränken. Deutschland ist aber keine Wüste. Und selbst der befürchtete Klimawandel würde in unseren Breitengarden nicht weniger, sondern bloß konzentrierteren Regen bedeuten. Eine Kuh trinkt keinen Tropfen Wasser, der nicht wieder in den Kreislauf zurückgeht!

15»Vegane Landwirtschaft ist umweltfreundlicher!«

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Ganz sicher nicht! Es ist kein Zufall, dass Veganer so gerne exotische Nahrungsmittel essen. Es ist einfach sehr schwer, sich nur mit heimischen, pflanzlichen Lebensmitteln ausgewogen zu ernähren. Die fiesen Treibhausgas-Emissionen der Kühe (so nennen Grüne es, wenn ein Rind hinten Luft rauslässt) werden also durch den Transport von Lebensmitteln um die halbe Erdkugel ersetzt.
Ein Wegfallen von Gülle und Mist würde außerdem die Verwendung von noch mehr mineralischem Dünger notwendig machen, dem Boden Humus entziehen und ihn so immer weiter zerstören!

16»Massentierhaltung!«

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Dieses Wort entbehrt jeder sinnigen Definition. Es ist ein Kampfbegriff der Tierrechtler, und wird oft auf große Höfe angewendet. Doch ab wann können wir von Massentierhaltung sprechen? Ab 100 Kühen? 200? Tatsächlich sind es meist gerade die großen Betriebe, welche ein besseres Tierwohl sicherstellen können. 300 Kühe, die sich frei im Stall bewegen können, geht es mit Sicherheit besser, als 20 Kühen, die die Hälfte des Jahres weitestgehend bewegungsunfähig angebunden sind. Auch wenn der Kleinbetrieb vielleicht kuschelig aussieht und in Bayern liegt.

17»Den Bauern ist es scheißegal, ob es den Tieren gut geht!«

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Eine Behauptung derjenigen Leute, die glauben, ihre Nahrungsmittel wachsen im Edeka. Und ein heftiger Schlag ins Gesicht jedes Landwirtes, der nachts stundenlang bei seiner kalbenden Kuh ist. Selbst wenn die Tiere ihm egal wären: Stress jeder Art mindert die Fleischqualität, hemmt die Milchproduktion und -abgabe, erhöht die Wahrscheinlichkeit von Fehlgeburten, Krankheiten und Zyklusstörungen, mindert die Futteraufnahme und obendrein das Betriebsimage. Dass ein Bauer sich nicht für seine Tiere interessiert, ist also unwahrscheinlich!

18»Wegen der Landwirtschaft haben wir ein Problem mit multiresistenten Keimen!«

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Blanke Lüge! Erwiesenermaßen stammen je nach Region 2-10 % der bei Menschen nachgewiesenen multiresistenten Keime von Nutztieren. Der überwältigende Rest von 90-98% stammt aus unseren Krankenhäusern. Doch während Menschen bei der kleinsten Erkältung Antibiotika nehmen, protestieren sie lautstark, wenn ein krankes Tier damit behandelt werden soll. Dabei hat jedes Antibiotikum in der Landwirtschaft eine Wartezeit von mehreren Tagen, so dass weder Fleisch noch Milch dieses Tieres in dieser Zeit verarbeitet und vermarktet werden können.

19»Tierische Produkte sind ungesund!«

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Das ist eine schlichtweg falsche Behauptung. Gerade für Menschen, die viel arbeiten müssen und nicht die Zeit haben, sich jeden Tag Ernährungstipps bei ihren Lieblings-Foodbloggern zu holen, sind tierische Produkte eine gute Möglichkeit, um sich reichhaltig mit Spuren- und Mengenelementen zu versorgen.
Guacamole-Gerrit hat natürlich sehr viel Zeit! Er sucht sich seine Nahrungsergänzungsmittel aus. Und jede Woche wendet er zwei Stunden auf, um einen diffizilen Essensplan aufzustellen, durch den er trotz Veganismus nicht mit Osteoporose und der körperlichen Kondition eines Gulag-Häftlings endet. Doch normale Menschen sind mit Eiern, Speck und Bohnen gut beraten!

20»Die Fleischproduktion verschwendet Nahrungsmittel!«

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Gerne rechnen Veganer auf, dass für die Produktion eines Kilogramm Fleisches zahlreiche Kilogramm pflanzlichen Futters gebraucht würden, die stattdessen der Mensch verzehren könnte. Das lässt aber mehrere Tatsachen außer Acht: Erstens ist das Futter nicht verloren. Es wird zu Fleisch und Milch veredelt und Überschüsse werden ausgeschieden, so dass sie als wertvoller, organischer Dünger wieder auf dem Acker landen. Zweitens kann unsere Verdauung viele tierische Erzeugnisse besser verwerten als pflanzliche. Drittens werden vor allem Wiederkäuer zu großen Teilen mit Gras oder Maispflanzen gefüttert. Beides ist für Menschen nicht verdaulich, sondern wird erst durch die Veredelung nutzbar gemacht. Immerhin sind global gesehen immer noch 68 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche Dauergrünland, von dem sich ein Mensch nicht ernähren kann.
Veganer, die beim Anblick einer grasfressenden Kuh Futterneid empfinden, klingen nach einem fiesen Witz. Leider sind sie Realität. Solchen unbelehrbaren Genossen steht es natürlich frei, sich in die zentralasiatischen Steppen zu begeben und dort ins Gras zu beißen!