1Geschichten aus dem Paulanerkindergarten.

2Anschließend zitierte die 6-Jährige noch Karl Marx und wir diskutierten bei einem Rosé die Anwendbarkeit Hegelscher Dialektik auf den Klassenkampf des 21. Jahrhunderts.

3Und dann hat er gefragt, wo er die ganzen Portmonees abgeben kann, die er gefunden hat.

4So klein und schon so woke!

5Doch als anschließend „Indianer“ gesagt wurde, musste das entsetzte Kind erstmal in eine Tüte atmen.

6Intersektionaler Feminismus ist DAS Thema auf dem Grundschulpausenhof.

7Noch am selben Tag berief die 6-Jährige eine Sondersitzung des antisexistischen Grundschüler*innenkomitees ein, um über Maßnahmen zu beraten.

8Neulich im Paralleluniversum: Die Polizei randaliert zu Silvester und attackiert Antifa-Aktivisten, die einfach nur friedlich und unverletzt den Abend überstehen wollen.

9Auch für dieses Verhalten sind Polizisten bekannt. Leider gibt es keine Kennzeichnungspflicht für Polizisten, sodass anhand einer Erkennungsnummer das Fehlverhalten eines Beamten sofort und unkompliziert gemeldet werden kann. Leider gibt es nur Twitter.

10Neulich im Zug in Richtung Paulanergarten.

11Wenn du einfach schon an deinem Nies-Akzent als Italiener erkannt wirst, dann war das letzte Paulaner vielleicht schlecht.

12Und als sie an der Haltestelle später zur Zugtür ging, wurde sie von mehreren Personen bis auf den Bahnsteig verfolgt. Ausländerhass ist die einzige Erklärung.

13Die Polizei hat ihnen sofort den Paulanerorden für besonders kreative Zivilcourage auf Twitter verliehen.

14Und dann tanzte er am Rollator zu Bella Ciao.

15Und dann sagte der Bäcker, dass das Brötchen aufs Haus geht, weil Sawsan Chebli das so toll im Bundestag macht.

16Kurz darauf bildeten sich erste Demonstrationen, die schnell zu einer globalen Grundschülerbewegung gegen klerikale Traditionen in Bildungseinrichtungen wurden.

17Und die ganze Bäckerei applaudierte.

18Und alle im Wagon hoben die linke Faust und setzen ihre Pussyhats auf.