Die Corona-Krise stellt einen weltweiten Kompetenztest für Regierungen und Medien dar. Wie schlagen sich deutsche Politiker und Journalisten? Ihr könnt es wahrscheinlich schon ahnen…

 

1Nicht mit ‚Coronazis‘ anstecken!

via Bayerischer Rundfunk

Sich vor dem Coronavirus zu sorgen, sei voll rechts. Das verklickerte das Wochenmagazin quer des Bayrischen Rundfunks (BR) Ende Januar seinen Zuschauern. Begründung: „Es ist fremd, und das Fremde macht uns Angst.“

Wow! Den Tiefsinn muss man erstmal bei einem ausgedehnten Spaziergang verarbeiten – aber bitte höchstens zu zweit und Abstandsregeln einhalten!

Das Ziel von Meldungen über die Corona-Gefahr sei „Destabilisierung“, erklärte eine Moderatorin mit strengem rotem Flechtzopf. Die Bevölkerung solle beunruhigt werden, was das „Vertrauen in den Staat und dessen Glaubwürdigkeit erschüttern soll.“ Besser hätte es das chinesische Staatsfernsehen auch nicht sagen können!

Ach so: Das Video ist übrigens längst aus der Mediathek entfernt worden. „Die Faktenlage hat sich geändert“, kommentiert der BR.

 

2Heiko Maas verschenkt tonnenweise begehrtes Schutzmaterial

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Am 1. und selbst noch am 18. Februar schickte Außenminister Heiko Maas (SPD) tonnenweise medizinisches Schutzmaterial wie Atemmasken, Schutzkleidung und Handschuhe nach China.

Huch: Keine zehn Tage später verlautbarte sein Kabinettskollege, Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Deutschland müsse sich „auf eine Knappheit in dem Bereich einstellen“. Kurz darauf wurde der Export von medizinischer Schutzausrüstung ins Ausland verboten.

Ob dies vorrangig geschah, um dem spendierfreudigen Außenminister Einhalt zu gebieten, darf spekuliert werden.

 

3Den Gesundheitsminister interessiert Karriere mehr als Corona

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Auch Jens Spahn hat sich in der Krise nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Während das Virus näher und näher kam, wiegelte der Berufspolitiker Fragen zu Corona ab und schusterte lieber an seiner Parteikarriere rum.

Eine Infektion mit Sars-CoV-2 verlaufe doch „milder als Grippe“, die Gefahr sei „gering“, überhaupt sei man „gut vorbereitet“ und hätte alles „unter Kontrolle“.

Hätte Spahn die Lage frühzeitig sorgfältig analysiert, statt auf den CDU-Vorsitz zu schielen, hätte unser Leben eventuell nicht komplett lahmgelegt werden müssen.

 

4AfD ist schuld an Corona!

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Wer trägt eigentlich die Schuld an der Corona-Krise? Ach so, klar: die AfD! Das jedenfalls suggerierte Grünen-Politikerin Kordula Schulz-Asche Ende Februar.

„Viren machen nicht vor vernagelten Türen oder Grenzen halt“, so die Gesundheitspolitikerin in einer Aktuellen Stunde des Bundestags.

„Verschwörungstheorien und Rassismus fördern die Verbreitung von Viren, und zwar nicht nur in China, sondern auch hier bei uns“ – ein wirrer Wink an die AfD-Fraktion, die Grenzschließungen gefordert hatte, wie sie dann später auch umgesetzt wurden.

 

5Merkel gegen Grenzschließung – Virologe dafür!

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„Ich fände jede Maßnahme, die zur Einschränkung des Reiseverkehrs über die Grenze führt“, so Jens Spahn am 6. März, „angesichts dessen, was wir über das Virus Stand heute wissen, weiterhin nicht für angemessen.“ Das macht Mutti stolz!

Angela Merkel beteuerte noch am 11. März, Grenzkontrollen seien „keine adäquate Antwort“ – das erste Mal, dass sie sich überhaupt zu Corona äußerte.

Fünf Tage später machte Deutschland dann allerdings doch fast alle Schotten dicht. Viel zu spät, kritisierte der Virologe Martin Stürmer im heute-Journal, „weil vermutlich schon sehr viele Infizierte die Grenze überschritten haben“.

 

6Medien belächeln Run auf Atemschutzmasken

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Am 25. Februar machte man sich bei Welt.de über den „absurde(n) Ansturm auf Atemschutzmasken“ lustig. Nur Hysteriker besorgen sich einen Mundschutz, wurde suggeriert.

Rund einen Monat und 44.000 registrierte Infektionen später appellierte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, an die Bevölkerung: „Besorgen Sie sich einfache Schutzmasken oder basteln Sie sich selbst welche und tragen Sie diese im öffentlichen Raum!“

„Es ist doch logisch“, erläuterte der Infektiologe Johannes Bogner Ende März bei t-online, „dass ein Schutz vor Mund und Nase dagegen hilft, dass man das Virus einatmet. Selbst ein einfacher Papier- oder Textilschutz ist besser als nichts!“ Die von Medien und Politik vertretene Ansicht, ein Mund-Nasen-Schutz bringe nichts, sei „eine gefährliche Fake News“.

 

7Apropos Atemmaske…

Kann nicht mal jemand NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zeigen, wie man die Dinger richtig trägt?

 

8Cheblis Shutdown-Sorge: singende Deutsche

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Als Mitte März über halb Europa der Riegel der Ausgangssperre und des Kontaktverbots geschoben wurde, ging aus dem besonders hart getroffenen Italien ein Signal der Freude um die Welt: Videos von Italienern, die auf ihren Balkonen u. a. ihre Nationalhymne singen, bewegten weltweit Millionen – auch in Deutschland. Für SPD-Cheftweeterin Sawsan Chebli hingegen waren die Bilder ein klares Warnsignal:

Was, wenn so etwas in Deutschland passieren sollte? Würden die Menschen dann singende „Rechtskonservative“ auch leichtfertig „feiern“, fragte Chebli auf Twitter.

Die Funktion für Automatikapplaus, die solche linken Geistesblitze sonst für gewöhnlich auslösen, versagte jedoch in diesem Fall völlig! Chebli erntete nichts als Unverständnis und löschte ihren Tweet.

 

9Stegner verrechnet sich mit Hetze gegen Trump

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Wenn es um blamable Inkompetenz geht, darf auch Cheblis Parteifreund, Ex-SPD-Vize Ralf Stegner, nicht fehlen. „Exponentielles Wachstum der Coronavirus Infektionen ist schwer zu begreifen aber Kern der Herausforderung“, twitterte er am 22. März. Tippfehler übernommen.

Okay, Exponentialrechnung ist zwar nicht gerade höhere Mathematik, aber, klar, für Sozis, die am linken Rand ihrer Partei stehen, ist Unterrichtsstoff aus der Mittelstufe bestimmt eine richtig harte Nuss.

Dass Ralf nicht immer ganz mitkommt, merkt man auch am zweiten Teil seines Tweets: Da schreibt er, Deutschland habe „einigermaßen rechtzeitig mit den Vorbereitungen begonnen“, und zwar – böse, böse – im Gegensatz zu „Trumps Amerika“.

Finde den Fehler: Donald Trump hatte schon Ende Januar Einreiseverbote für Nicht-US-Bürger, die sich in China aufhielten, verhängt. Bei uns konnten Einreisende noch Mitte März an den Flughäfen unkontrolliert ihrer Wege gehen.

 

10Laschet überschätzt mal wieder die EU

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Nur keine Grenzkontrollen! Das hatte auch für NRW-Ministerpräsident Armin Laschet lange Zeit höchste Priorität. „Die Fälle machen nicht an der Grenze halt“, meinte er Ende Februar. Die gefährliche Situation müsse man „europäisch gemeinsam lösen“.

Komisch: Als Deutschland sich im Jahr 2005 auf die Vogelgrippe vorbereitet hatte, gehörten Grenzkontrollen wie selbstverständlich zum sicherheits- und gesundheitspolitischen Einmaleins.

Und auf eine europäische Lösung wartet Armin bis heute. Denn die gibt es – wie schon bei der Flüchtlingskrise – auch jetzt nicht.

 

11Journalistin: „Mehr EU stoppt Corona“ 

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Auch die Chefredakteurin des Saarländischen Rundfunks, Armgart Müller-Adams, blies Mitte März feste in die EU-Flöte:

„Die Gefahr kommt nicht von außen“, belehrte sie Zuschauer der Tagesthemen in ihrem Kommentar. „Das Virus hat nur deswegen eine Chance, weil wir in Europa uns nicht besonnen haben auf unsere Gemeinsamkeiten, uns nicht vernetzt haben.“

Nein, Armgart: Das Virus hat deshalb eine Chance, weil völlig verblendete Ideologen den Kontinent jahrelang destabilisiert, krisenrelevante Bereiche runtergewirtschaftet und Kritik daran als „rechts“ diffamiert haben.

 

12Medien fantasieren: „Trump klaut deutschen Impfstoff!“

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Donald Trump ist für deutsche Medien immer für einen Tiefschlag gut. So viel Zeit muss sein – auch während globaler Pandemien. „Anti-Globalisierer“ Trump „möchte den Impfstoff“, erfuhr man daher am 15. März bei Welt-Online, und zwar „nur für die USA“! Schreck lass nach! „Trump will Impfstoff-Forschung für USA sichern“, bestätigte u.a. ZEIT-Online.

Da steht ein deutsches Unternehmen kurz vor dem Durchbruch, ein Serum gegen Corona zu finden, und der Commander in Chief will den ganz für seine Nation alleine haben? Was für ein Superschurke ist der denn?

Ach so: Der Geschäftsführer des betroffenen Tübinger Unternehmens CureVac bestreitet übrigens, dass es so ein Angebot aus den USA jemals gegeben hat.

 

13Corona und Rechte, die Brüder im Geiste?

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Am 15. März erschien auch ein ZEIT-Beitrag von Matthias Quent, dem Gründungsdirektor des Instituts für Demokratie und Zivilgesellschaft in Jena – einer sogenannte „Forschungsstelle“ in Trägerschaft der berüchtigten Amadeu Antonio Stiftung. Sein Beitrag zur Pandemiedebatte:

„Der Rechtsradikalismus und die Corona-Pandemie haben mittelbar mehr miteinander zu tun, als man denkt: Beides sind Gefahren, die frühzeitig einzudämmen sind.“

Okay, irgendwie muss man sein Einkommen ja auch rechtfertigen, wenn die Leute gerade vor ganz andere Dingen Angst haben als vor rechten Gespenstern.

 

14SPD-Bürgermeister scherzt über Corona-Bier

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Elf Jahre lang wirtschaftete Oberbürgermeister Ullrich Sierau Dortmund in den Abgrund. Sein gutes Händchen für gar nichts bewies er auch in der Corona-Krise.

Als die Pandemie NRW erreicht hatte, witzelte er am 28. Februar, ihm habe jemand erzählt, dass schon mehr Menschen am mexikanischen Corona-Bier gestorben seien als am gleichnamigen Virus. Hahaha.

Elf Tage später hatte der Sozialdemokrat sich dann vom Sprücheklopfer zum Angstmacher gewandelt. Dass die Partie BVB gegen Schalke 04 wegen der Ansteckungsgefahr nur noch als Geisterspiel stattfinden konnte, rechtfertigte er nun mit den Worten: „Es geht hier wirklich um Leben und Tod für die Zuschauerinnen und Zuschauer!“

 

15Grünen-Chef: „Im Lockdown Ölheizungen loswerden!“

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Grüne kennen nur drei Themen: Den Klimawandel, rechte Gewalt und den Klimawandel. Daran änderte auch die Corona-Krise nichts.

In der ZDF-heute-Sendung vom 9. März empfahl Grünen-Chef Robert Habeck Gastronomen und Hoteliers, die Zeit der staatlich verordneten Schließung mal besser für „energetische Sanierungen bis zum Austausch der Ölheizung“ zu nutzen.

Der Ökonom und Buchautor Daniel Stelter kommentierte trocken: „Weshalb Unternehmen, die keine Liquidität haben, um ihren laufenden Verpflichtungen nachzukommen, Geld, das sie nicht haben, für eine Investition ausgeben sollen, die sich nicht rechnet, erklärte (Habeck) nicht.“