Bilder auf ewig Zerstörung Weltkulturerbestätten gingen während der Hochphase der Terrormiliz „Islamischer Staat“ um die Welt. Das Phänomen ist aber nicht neu.

Fakt ist: Die Verwüstung von Tempeln und Kunstwerken anderer Religionen ist zwar keine Erfindung von Islamisten, wurde von ihnen aber immer wieder besonders verheerend praktiziert.

1Die Basilika über dem Grab von Apostel Petrus (Italien)

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Unterhalb des heutigen Petersdomes befindet sich das Grab des Apostels Petrus. Im 4. Jahrhundert wurde darüber eine Basilika mit edler, bronzener Ausstattung und einem großen, goldenen Kreuz erbaut.

500 Jahre später plünderten islamische Angreifer die römischen Außenbezirke, beschädigten die Basilika und schändeten das Grab.

2Die Tausend-Buddha-Höhlen von Bäzäklik (China)

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Diese Höhlen wurden während der Spätantike und des Mittelalters an der Seidenstraße mit buddhistischen Statuen und Malereien ausgestattet. Die Erbauer, die Uighuren, wurden später islamisiert, zerstörten die Statuen ihrer Vorfahren, kratzten die Gesichter weg und übermalten die Bilder oder bedeckten sie mit Schlamm.

Im 19. Jahrhundert evakuierten europäische Forscher die Kulturschätze einiger unentdeckter Höhlen. Das rettete sie vor der völligen Vernichtung während der chinesischen Kulturrevolution.

3Die Menkaure-Pyramide von Kairo (Ägypten)

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Vor 4.500 Jahren wurde die 65 Meter hohe Pyramide durch den Pharao Menkaure erbaut. Ende des 12. Jahrhunderts sah der Sohn von Sultan Saladin, al-Malek al-Aziz Othman ben Yusuf, diese Pyramide und wurde neidisch auf den antiken Herrscher. Er versuchte ganze acht Monate lang, das gigantische Bauwerk zu zerstören.

Da seine Leute es allerdings nur schafften, täglich 1-2 Steine abzubauen, wurde ihm das Unterfangen irgendwann zu teuer. Die Pyramide hat deshalb nun einen tiefen Einschnitt an der Seite.

4Das armenische St.-Karabet-Kloster (Türkei)

Gemeinfrei

Dieses festungsartige Kloster aus dem 4. Jahrhundert wurde immer wieder von verschiedenen Islamisten attackiert. Bis ins 20. Jahrhundert hinein konnte es jedoch stets wiederaufgebaut und besiedelt werden.

Als Türken und Kurden den Völkermord an den Armeniern verübten, belagerten sie das Kloster zwei Monate lang. Sie massakrierten tausende armenische Zivilisten, die darin Schutz suchten.

1916 eroberten armenische und russische Truppen das Kloster zurück und retteten wichtige Schriften und Reliquien. Heute leben Kurden in den Trümmern der Anlage.

5Der Koloss von Rhodos (Griechenland)

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2.300 Jahre ist es her, dass auf Rhodos eines der „sieben Weltwunder“ errichtet wurde, zum Dank für die Abwehr einer Belagerung. Die Statue des griechischen Sonnengottes Helios soll angeblich etwa so hoch wie die Freiheitsstatue in New York gewesen sein.

Ein Erdbeben ließ den Koloss einstürzen. Allerdings waren die riesigen Überreste über 800 Jahre lang eine regelrechte Touristenattraktion – bis sie von islamistischen Eroberern eingeschmolzen und als Altmetall verkauft wurden.

6Der armenische Friedhof von Julfa (Aserbaidschan)

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Auf diesem riesigen christlichen Friedhof fanden sich reich verzierte, mittelalterliche Grabsteine aus dem Zeitraum vom 9. bis zum 17. Jahrhundert. Islamisten vertrieben die Armenier im 17. Jahrhundert und zerstörten den Friedhof Stück für Stück.

Die letzten Reste wurden nach der Jahrtausendwende mit Hämmern, Äxten und Bulldozern systematisch zerstört und zum Truppenübungsplatz umfunktioniert. Der Grund ist einfach: Aserbaidschans Regierung will jeden Beweis tilgen, dass auf diesem Gebiet eigentlich christliche Armenier lebten!

7Der Tempel von Somnath (Indien)

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Dieser Shiva-Tempel an der indischen Westküste wurde vor über 2.000 Jahren erbaut. Seitdem wurde er sage und schreibe sechsmal von Islamisten zerstört und ebenso oft wiederaufgebaut. Die früheren Versionen des Tempels sind jedoch auf ewig verloren.

8Grab des Sidi Mahmoudou von Timbuktu (Mali)

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Selbst muslimische Kulturdenkmäler sind vor radikalen Islamisten nicht sicher. Die als UNESCO-Kulturerbe geführten Mausoleen und die angrenzenden alten Bibliotheken wurden von der wahabitischen Miliz Ansar Dine zerstört. Dabei wurden mittelalterliche Artefakte und Manuskripte vernichtet, geraubt und auf dem Schwarzmarkt verschleudert.

9Das St.-Joanikije-Kloster von Devič (Serbien)

Gemeinfrei

Das 600 Jahre alte, serbische Nonnenkloster wurde 20 Jahre nach dem Bau erstmals von türkischen Islamisten zerstört, bald aber wiederaufgebaut. 1941 zerstörten dann radikalislamische Albaner das Kloster, so dass es ’47 nochmals wiederaufgebaut werden musste. ’99 griffen es dann albanische Nationalisten an und schändeten das Grab des dortigen Heiligen.

2004 mussten die Nonnen evakuiert werden, weil eine radikalisierte Meute das Kloster kurz darauf zerstörte und niederbrannte. Später wurde es erneut wiederaufgebaut. Aktuell steht das Kloster.

10Das Nationalmuseum von Malé (Malediven)

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Im 12. Jahrhundert wurden die buddhistischen Malediven islamisiert. In der Folge wurden buddhistische Tempel verschüttet und mit Moscheen überbaut. Seit dem 19. Jahrhundert werden die darunter verborgenen buddhistische Artefakte gehoben und im Museum ausgestellt – ein Affront für Islamisten.

2012 brachen fanatische Fundamentalisten in das Nationalmuseum ein. Dort zerstörten sie unwiederbringlich die Korallen- und Kalksteinstatuen, die zwischen dem 6. und 12. Jahrhundert geschaffen wurden.

11Die Al-Nuri-Moschee von Mossul (Irak)

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Auch hier waren muslimische Kulturdenkmäler Opfer der Islamisten. In der knapp 700 Jahre alten Moschee verkündete 2014 der IS-Kalif Al-Baghdadi sein Kalifat. Als die Islamisten 2017 die Stadt verloren, zerstörte ein amerikanischer Luftangriff die Moschee. So zumindest die Version des IS.

In Wirklichkeit weiß man, dass sie von innen gesprengt wurde, um sie nicht in die Hände der Feinde fallen zu lassen. Heute gibt man sich Mühe, die Moschee zu rekonstruieren.

12Das St.-Elias-Kloster von Mossul (Irak)

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1.200 Jahre lang bestand das christliche Kloster, bis persische Islamisten im 18. Jahrhundert die Mönche abschlachteten. Der Grund: Sie wollten nicht zum Islam konvertieren.

Doch Islamisten waren hier nicht die einzigen Übeltäter: Während des Irakkrieges benutzten dann zunächst irakische, dann amerikanische Soldaten das Kloster als Panzerunterstand. Sie strichen die seit 600 Jahren bemalten Wände weiß, verteilten Graffiti und zerstörten kulturelle Artefakte.

Amerikanische Militärgeistliche beendeten den Vandalismus und das Militär bemühte sich um eine Wiederherstellung. Diese Pläne wurden 2014 vom IS durchkreuzt, der alles dem Erdboden gleichmachte.

13Die Stadt Nimrud (Irak)

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Diese alte, assyrische Stadt in der Nähe von Mossul hatte ihre Blütezeit vor 2.700-3.400 Jahren. Sie war die Hauptstadt des assyrischen Reiches, in der man hochwertige Kunstwerke, riesige Statuen und uralte Schriftstücke fand.

Seit dem 19. Jahrhundert gab es hier behutsame archäologische Grabungen, um die Schätze zu bergen und der Geschichtsforschung zugänglich zu machen.

Als der IS kam, zerstörte er ausgegrabene Artefakte und begründete es damit, dass die Assyrer „unislamisch“ waren. Wohlgemerkt Jahrtausende bevor Mohammed existierte! 2016 eroberte der irakische Staat die Stadt zurück, aber ihre Ruinen waren bereits fast völlig zerstört.

14Die Buddhastatuen von Bamiyan (Afghanistan)

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Es waren die größten Buddhastatuen der Welt und wurden direkt in die Felswand eines Bergmassivs gemeißelt. Nach der Islamisierung Afghanistans wurde zwar der Schmuck entfernt, die Hände und Gesichter beschmiert, aber die Statue blieben erhalten.

Erst 2001 wurden sie durch die Taliban gesprengt und unwiederbringlich vernichtet. Auch die buddhistischen Artefakte des Nationalmuseums in Kabul wurden von ihnen nicht verschont.