Wer hätte eigentlich je gedacht, dass der biedere deutsche Schlager irgendwann mal als richtig rebellisch gelten könnte?

Man mag es kaum glauben, aber Opas alte Plattensammlung aus der Gartenlaube ist nicht nur zum Staub sammeln gut – sie eignet sich auch vorzüglich dazu, Linke in den Wahnsinn zu treiben!

Hier eine Auswahl von alten Schlagern, die heute schon wieder politisch inkorrekt sind.

1Gus Backus – Da sprach der alte Häuptling


Die Handlung des Schlagerklassikers ist schnell umrissen:

„Schön war sie, / die Prärie / da kam ein / weißer Mann / wollte bau’n / Eisenbahn“ und weiter „Häuptling schrie / ziemlich laut, / fuhr fast aus / roter Haut / seine Frau / nahm sich Pfeil, / stach ihn ins / Hinterteil.“

Ein alter weißer Mann bringt moderne Technik ins Land der „wilden, rothäutigen Indianer“? Postkolonialer Rassismus!

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️⭐️

2Ralf Paulsen – Bonanza


Noch so ein Gedankenverbrecherlied aus dem Wilden Westen. Zwar fängt es schon mit toxischer Männlichkeit, Waffenverherrlichung und verdächtigem Patriotismus an:

„Ein sich’rer Colt ist so gut wie Gold, Bonanza. / Nächtelang die Trommel sang die Lieder der Prärie. / Unser Recht ist gutes Recht, Bonanza. / Und unser Land ist gutes Land, das verlässt man nie. / Tag für Tag, Nacht für Nacht, / Kämpfend Hand in Hand, / Tag für Tag, Nacht für Nacht, / Bauten sie das Land.“

Aber dann kommt es noch ganz dicke: „Als das Land ein freies Land, Bonanza, / Kamen sie durch die Prärie, tausend und noch mehr. / Der Tag war lang, bis man uns bezwang, Bonanza. / Es begann mit tausend Mann, es kamen immer mehr.“

Kennen wir das nicht irgendwoher?

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️⭐️⭐️

3Evelyn Künneke – Barbara, komm mit mir nach Afrika


Die nächste Station unsrer politisch inkorrekten Schlagerreise führt uns in den afrikanischen Urwald:

„Barbara, Barbara, komm mit mir nach Afrika, / wo die kleinen Negerlein noch tanzen Ringelein.“

Die Stammesgesänge am Anfang des Liedes und ein Wort, gegen das man heutzutage auf deutschen Straßen schon demonstriert – kurzum: Was früher ein unschuldiges Tanzstück war, ist heute ein linker Albtraum.

Und wer hätte damals schon gedacht, dass heute Afrika nach Barbara kommt?

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

4Rex Gildo – Fiesta Mexicana


Genauso wie unsere Reiselust, nimmt auch die Wut der Linken auf dieses Lied kein Ende:

„Hossa, hossa, hossa, hossa / Fiesta, Fiesta mexicana, /heut‘ geb‘ ich zum / Abschied für alle ein Fest, / Fiesta, Fiesta mexicana, / es gibt viel Tequilla, der glücklich sein lässt.“

Wer in einem flapsigen Mexiko-Schlager rassistische Klischees und Stereotype über LateinamerikanerInnen sieht, hat unserer Meinung nach ganz dringend eine gepflegte Siesta nötig. ¡Hola Humorlosigkeit!

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️⭐️

5Leo Leandros – Mustafa


Jetzt wird es absolut haram:

„Salemalaikum, Allah sei dir gnädig, / oh, Mustafa, nimm Dich in Acht. / Lass doch Sulaika, bleibe lieber ledig, / wer weiß, was sonst der Sultan mit dir macht.“

Der künstliche arabische Akzent: eindeutig kulturelle Aneignung!

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️⭐️

6Vico Torriani – Du schwarzer Zigeuner


Auch wenn es sich dabei um ein recht harmloses Lied über verlorene Liebe und das Geigenspiel eines Zigeuners handelt, ist der Refrain für Linke ein bekanntes Beispiel für „antiziganistischen Rassismus“.

Was daran genau rassistisch sein soll, bleibt im Dunkeln – den schwarzen Zigeuner wird es auch nicht sonderlich interessieren.

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️

7Illo Schneider – Johnny hat Recht


Besonders Feministinnen werden dieses Lied lieben:

„Weil ich so sehr sensibel bin, / trink ich so gerne Sekt. / Gern‘ geb ich mich dem Leichtsinn hin, / weil mir das Bravsein nicht schmeckt. / Johnny hat Recht, / wenn er sagt, die Frauen sind von Haus aus schlecht.“

Und als ob das noch nicht genug wäre: „Johnny hat Recht, / wenn er mich des Abends immer einsperren möcht‘.“

Früher ein Scherzlied, in dem Männer und Frauen beide ihr Fett weg kriegen, heute chauvi.

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

8Peter Alexander – Der Papa wird’s schon richten


Der Soundtrack des Patriarchats. Papa, Mama, Opa, Tochter, Sohn – so eine heteronormative Familie? Und überhaupt, diese Lobpreisung der Väter. Linke und Feministinnen kriegen bei dem Lied mindestens Schüttelfrost.

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️⭐️

9Freddy Quinn – Wir


Dieser Anti-68er-Schlager ist ein echtes Juwel und auch heute noch aktuell:

„Wer will nicht mit Gammlern verwechselt werden? WIR! / Wer sorgt sich um den Frieden auf Erden? WIR! / Ihr lungert herum in Parks und in Gassen, / Wer kann eure sinnlose Faulheit nicht fassen? WIR! WIR! WIR! / Wer hat den Mut, für euch sich zu schämen? WIR! / Wer lässt sich unsere Zukunft nicht nehmen? WIR! / Wer sieht euch alte Kirchen beschmieren, / Und muss vor euch jede Achtung verlieren? WIR! WIR! WIR! / Denn jemand muss da sein, der nicht nur vernichtet, / Der uns unseren Glauben erhält, / Der lernt, der sich bildet, sein Pensum verrichtet, / Zum Aufbau der morgigen Welt.“

Beste Stelle: „Wer trägt auch lange Haare, doch sind sie gewaschen? WIR!“

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️⭐️⭐️

10Karl Berbuer – Wir sind die Eingeborenen von Trizonesien


Karneval 1949, ein gefährlich patriotischer Schlager triggert die Besatzungsmächte und avanciert zwischenzeitig zur Ersatznationalhymne – die britische Times titelt: „Die Deutschen werden wieder frech!“ Was war da los? Überzeugt euch selbst:

„Doch fremder Mann, damit du’s weißt. / Ein Trizonese hat Humor. / Er hat Kultur, er hat auch Geist. / Darin macht keiner ihm was vor. / Selbst Goethe stammt aus Trizonesien, / Beethovens Wiege ist bekannt. / Nein, so was gibt’s nicht in Chinesien, / Darum sind wir auch stolz auf unser Land.“

Und wer es noch nicht weiß: „Wir sind zwar keine Menschenfresser, / Doch wir küssen umso besser!“

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️⭐️

11Heino – Wir wollen unseren alten Kaiser wiederhaben


Dieser auf den Fehrbelliner Reitermarsch gesungene Schlager galt schon zu Zeiten der Weimarer Republik als Gassenhauer.

„Mein Opa schwörte Stein und Bein, dass noch vor hundert Jahren / Die Rheine noch so gar, die Luft durchsichtig war / Und Oma sagte ohne Scherz, dass sie als junge Dirn / Noch aus der Elbe trinken konnte ohne krank zu wer’n.“

Gut, bei Heino könnte man die halbe Diskografie als politisch inkorrekt bezeichnen. Aber diese ganz und gar unsensible Form von „Früher war alles besser“ macht dieses Lied für Linke nochmal besonders schlimm.

Empörungsfakor: ⭐️⭐️⭐️

12Odeon-Tanz-Orchester – Die Braut vom Alexander, die geht so auseinander


Während heute Fat-Shaming unter Linken als diskriminierend gilt, hat man in der Weimarer Republik noch gesungen: „Wenn ihr nicht bald ’ne Kur gelingt, dann platzt sie unbedingt.“

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️

13Ludwig Arno mit Orchesterbegleitung – Paula, mach‘ die Bluse zu


Oh ja, und dann auch noch Slut-Shaming!

„Bewegt sie sich nur etwas spärlich / Platzt hinten gleich die Bluse auf / Als riesig aufmerksamer Mann / Fleh ich sie deshalb immer an: / Ach Paula, mach die Bluse zu, / du bist doch sonst so nett. / Man sieht ja deinen zarten Teint / Sogar was vom Korsett.“

Was maßt sich der Mann an, den Kleidungsstil einer Frau zu beurteilen?!

Empörungsfaktor: ⭐️⭐️⭐️⭐️