Wir haben feste Vorstellungen von der Tierwelt: Säugetiere gebären, Fische schwimmen und Schlangen kriechen am Boden. Die Natur hält aber weitaus mehr bereit, als du vielleicht denkst!

1Schnabeltier

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Es hat Fell, einen Schnabel, legt Eier und ist trotzdem ein Säugetier. Giftig ist es natürlich auch! An seinen Hinterfüßen hat es nämlich Giftsporne, die einen Hund umbringen und einem Menschen monatelang schwere Schmerzen zufügen können. Die lassen sich übrigens nicht mal mit Morphium lindern. Wo das Vieh lebt? Natürlich in Australien, wo die verrücktesten Tiere der Welt herkommen!

2Ameisenigel

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Er kann noch ein bisschen mehr als unsere heimischen Igel. Bei Gefahr rollt er sich nicht nur ein, sondern gräbt sich dabei auch blitzschnell in den Boden, so dass nur noch die Stacheln herausragen.

Zur Paarung bilden sich lange Karawanen von männlichen Igeln, die wochenlang unter größter Anstrengung im Gänsemarsch einem Weibchen hinterherlaufen. Wenn es dann endlich fruchtbar ist, buddeln die Männchen einen Graben um es herum und stoßen die Rivalen hinaus, bis sich nur noch ein Gewinner im Ring befindet.

Nach einer zärtlichen Kuschelei zieht das Männchen weiter und sucht sich eine neue Karawane, der er sich anschließen kann. Ach so: der Ameisenigel hat natürlich auch einen Schnabel. Weil er es kann.

3Magenbrüterfrosch

Mike Tyler

Er ist Anfang der 1970er-Jahre entdeckt worden und starb kurz danach aus. Vorher konnte man ihn allerdings noch genug untersuchen, um über ihn zu staunen.

Denn wie der Name schon sagt, verschluckten die weiblichen Tiere die befruchteten Eier und funktionierten ihren Magen zum Uterus um. Durch Hormone wurde die Magensäureproduktion gehemmt und ein paar Wochen später kletterten bis zu 25 kleine Froschkinder aus ihrem Maul. Herzallerliebst, nicht wahr?

4Die unsterbliche Qualle

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Eigentlich heißt sie „Turritopsis dohrnii“ und natürlich kann sie durch äußere Einflüsse getötet werden. Aber tatsächlich stirbt sie nicht an Altersschwäche!

Die unsterbliche Qualle tritt durch Zellteilung ins Leben. Sie entwickelt sich dann zu einer richtigen Qualle, pflanzt sich fort und anstatt wie andere Quallen abzusterben, entwickelt sie sich zurück in ihr Ursprungsstadium, teilt wieder ihre Zellen, wird geschlechtsreif, pflanzt sich fort und so weiter.

Damit ist sie die einzige bekannte Lebensform, die niemals eines natürlichen Todes stirbt!

5Zweifarbenpitohui

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Dieser Vogel sieht nicht nur hübsch aus. Er ist auch so ziemlich der einzige Vogel, den die Papua nur mit Vorsicht genießen. Denn der Zweifarbenpitohui ernährt sich von hochgiftigen Käfern und ist deshalb ständig auf Pegel. Wie er das übersteht, hat die Forschung noch nicht herausgefunden. Sicher ist aber, dass es ihm recht gelegen kommt, bitter zu schmecken.

6Schuppentier

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Seine Schuppen sind verhärtete Hautzellen, die ständig wachsen und nur durch Abnutzung ihre gehörige Länge behalten. Weil das Schuppentier giftige Ameisen und Termiten frisst, ist auch sein Magen mit verhornten Schuppen ausgekleidet und übernimmt die mechanische Verdauung der Speisen.

Außerdem ist sein Pförtner zwischen Magen und Darm mit Stacheln ausgestattet. Haben wir schon erwähnt, dass Schuppentiere Säugetiere sind? Jetzt weißt du’s und darfst staunen!

7Moschustier

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Stelle dir ein kleines Reh vor, das gefährlich aussehen möchte und sich deshalb als Vampir verkleidet. Voilà, fertig ist das Moschustier! Mit seinen Fangzähnen reißt es allerdings weder kleine Tiere noch wehrlose Damen, sondern verteidigt sein Revier gegen konkurrierende Männchen. Trotz der großen Wunden, die es dabei reißt, kann man es einfach nur niedlich finden!

8Schlammspringer

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Dass Wale als Säugetiere im Meer leben, weiß jeder. Aber wusstest du auch, dass es Fische gibt, die an Land herumlaufen? Der Schlammspringer tut das! Seine Flossen eignen sich für Landgänge und sogar zum Klettern.

Zum Atmen braucht er Wasser, deshalb hält er sich auch an Land feucht und kann sowohl durch die Haut als auch durch das Maul atmen. Außerdem speichert er in seinen übergroßen Kiemen Luft, auf die er auch an Land zurückgreift. Das macht ihn zu einem Fisch, der ohne Weiteres an Land überleben kann!

9Schmuckbaumnatter

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Alles klar, wir haben beschnabelte Igel und laufende Fische. Wie wär’s noch mit fliegenden Schlangen? Die Schmuckbaumnatter ist fähig, ihre Rippen auszuklappen und durch den verbreiterten Körper von Baum zu Baum zu segeln. Ein bisschen giftig ist sie übrigens auch.

10Fangschreckenkrebs

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Er kann bis zu 30 cm lang werden. Da er durch wimpelartige Kopfantennen zu komplexer Kommunikation fähig ist, bleiben gefährliche Territorialkämpfe mit Artgenossen meist aus. Zum Glück! Denn Fangschreckenkrebse sind extrem gefährlich!

Sie teilen sich auf in „Speerer“ und „Schmetterer“. Speerer haben spitz zulaufende Arme, die sie in ihre Feinde bohren können. So weit, so unbeeindruckend. Der Schmetterer verfügt hingegen über zwei keulenförmige Arme. Durch ein gezieltes Anspannen der Muskeln und Verhaken seines Exoskeletts baut er enorme Kraft auf.

Wenn sich diese Kraft entlädt, schlägt der Schmetterer mit einer Geschwindigkeit von 82 km/h und der 8.000-fachen Erdbeschleunigung zu. Dadurch erreicht der Stoß die Wucht einer Pistolenkugel. Die dabei entstehenden Luftbläschen implodieren und setzen weitere Energie frei, inklusive Knall und Lichtblitz! Mit diesem Vieh will sich keiner anlegen!

11Dikdik

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Die Nase dieser Zwergantilope sieht nicht nur aus, wie eine doppelläufige Schrotflinte. Das Tier ist auch nicht viel größer als ein kleiner Hase. Bei Gefahr durch einen seiner zahlreichen Fressfeinde beginnt das Dikdik zu pfeifen und rennt, was das Zeug hält! Mit über 40 km/h entkommt es dann auch den meisten Gefahren.

12Saiga

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Bei der Saiga handelt es sich um eine ganz normale Antilope. Mit dem einzigen Unterschied, dass sie aussieht, wie Watto aus Star Wars Episode 1. Kurzum: Sie hat einen Rüssel und ist mit erbärmlicher Hässlichkeit geschlagen.

Man ist sich nicht sicher, ob die riesige Nase die staubige Luft befeuchten, den Geruchssinn schärfen oder bei großer Hitze das Blut kühlen soll. Ist ja auch egal, sie sieht lustig aus und erfüllt ihren Zweck!

13Wolpertinger

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Der Wolpertinger ist ein hasenähnliches Wesen mit Geweih, Fangzähnen und Flügeln. Er stammt aus Niederbayern und ist frei erfunden. Also wirklich jetzt. Aber nach all den komischen Tieren hätte es dich nicht gewundert, wenn er echt wäre, oder?