Jeder weiß: im Kampf gegen rechts ist alles erlaubt. Da kann es auch schon mal zu der ein oder anderen Entgleisung kommen:

1Alerta, Alerta, hoch den Mittelfinger!

Der AfD-Politiker Stefan Möller spricht am 17. Juli im Thüringer Landtag. Dabei erwähnt er, dass der amtierende Ministerpräsident – der Linke Bodo Ramelow – in der Vergangenheit vom Verfassungsschutz beobachtet worden ist. Das gefällt Ramelow gar nicht. Er zeigt dem Redner im Plenum den Mittelfinger und ruft: „Widerlicher Drecksack“.

2Gossensprache im GEZ-Fernsehen: „Nazi-Schlampe“ soll Satire sein!

In der NDR-Satiresendung Extra 3 nennt der Moderator Christian Ehring die AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel Anfang Mai 2017 eine „Nazi-Schlampe“. Die Parteispitze klagt dagegen vor Gericht – und verliert den Prozess. Die Äußerung sei Satire. Weidel müsse so etwas aushalten.

3Wahlkampf in Bayern: „braunen Schmutz“ bekämpfen

Sven Simon – imago images

Etwa fünf Monate vor der Landtagswahl 2018 in Bayern rüsten die dortigen CSU-Spitzenkandidaten rhetorisch auf. Abgrenzung von der AfD um jeden Preis, so lautet die Devise.

„Die AfD ist ein Feind von allem, für das Bayern steht“, heißt es in einem Strategiepapier der CSU. CSU-Generalsekretär Markus Blume schreibt darin: „Wir sind entschlossen, die AfD als zutiefst unbayerisch zu bekämpfen“ Und: „Brauner Schmutz hat in Bayern nichts verloren!“

4Sigmar ‚Pack‘ Gabriel hat keinen Bock auf Protest

SPD-Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel ist Mitte August 2016 im niedersächsischen Salzgitter auf Wahlkampftour. Plötzlich tauchen Demonstranten auf, die ihn als „Volksverräter“ bezeichnen. Gabriel reagiert „ziemlich gelassen“ (Zeit Online).

Er streckt den Aktivisten den Mittelfinger entgegen und wendet sich ab. Bereits im Asylsommer 2015 hatte Gabriel Kritiker der Willkommenspolitik als „Pack“ bezeichnet.

5Sponti-Joschi: vom Steinewerfer zum Pöbel-Parlamentarier

Ein Klassiker aus den Anfangsjahren der Grünen: Der Grünen-Politiker Joschka Fischer schleudert dem damaligen Bundestagsvizepräsidenten Richard Stücklen 1984 während einer Debatte im Bundestag entgegen:

„Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch“. Ein Jahr später wird Fischer der erste grüne Umweltminister. Das Video zeigt übrigens, wie Fischer auf einer Pressekonferenz mit seinen eigenen Worten attackiert wird.

6„Friendly Fire“ auf den letzten Konservativen in der CDU

Klaus W. Schmidt – imago images

Kurz vor der Abstimmung im Bundestag über die Erweiterung des Euro-Rettungsschirmes im November 2011 spielen sich hinter den Kulissen heftige Szenen ab. Der CDU-Abgeordnete Wolfgang Bosbach will – gegen den Willen seiner Partei – das Projekt Euro-Rettung nicht unterstützen.

Ronald Pofalla – sein „Parteifreund“ und damaliger Kanzleramtsminister – flippt daraufhin aus: „Ich kann deine Fresse nicht mehr sehen“, brüllt er. Und: „Du machst mit deiner Scheiße alle Leute verrückt“. Bosbach verweist auf das Grundgesetz und auf seine Entscheidungsfreiheit als Abgeordneter. Pofalla daraufhin: „Lass mich mit so einer Scheiße in Ruhe!“

7Möchtegern-Kanzler Merz: „Gesindel“ soll verschwinden

Sammy Minkoff – imago images

Mitte Februar 2020: Bei einem Auftritt im Berliner Ballhaus sprach Friedrich Merz auf der Bühne des Mittelstandsforums und bezeichnete AfD-Abgeordnete im Bundestag indirekt als „Gesindel“. Wörtlich sagte er auf die Frage, wie man dem Erstarken der Rechten begegnen könne:

„Jetzt stehen wir wieder da, dreißig Jahre später und haben diese Leute da sitzen. Das ist etwas, was mich wirklich bewegt, auch vor dem Hintergrund unserer Geschichte. Wenn ich dazu beitragen kann, dass dieses Gesindel wieder verschwindet, dann leiste ich diesen Beitrag.“

8Andrea „Bätschi“ Nahles teilt aus

Am letzten Arbeitstag als Bundesarbeitsministerin erklärt Andrea Nahles (SPD) Ende September 2017, dass sie ihre neue Rolle als SPD-Chefin kampfeslustig angehen werde. Die Bundesregierung und der Koalitionspartner CDU dürften sich schon mal warm anziehen. Denn: „ab morgen gibt’s in die Fresse“. Natürlich sei das „nur ein Scherz“ gewesen. Ein Scherz, der tief blicken lässt.

9Ein politischer Wanderwitz: „AfD und Gauland sind Abschaum“

Marco Wanderwitz ist der sogenannte Ostbeauftragte der Bundesregierung und vergreift sich gerne mal im Ton, wenn es um die AfD geht. Im November 2018 kommentiert er eine Aussage des AfD-Fraktionschefs Gauland zu Frankreichs Siegesfeier zur Erinnerung an den Ersten Weltkrieg wie folgt:

„Ein kranker Mann, zerfressen von Hass und Dummheit. Die AfD und Gauland sind giftiger Abschaum.”

10Spieglein, Spieglein an der Wand: Johannes‘ Hirn ist durchgebrannt

Der SPD-Abgeordnete Johannes Kahrs liefert Mitte September 2018 ein Paradebeispiel für Hass und Hetze ab, das noch vielen Generationen als Lehrstück dienen dürfte. Seine Redezeit verwendet der Sozialdemokrat einzig darauf, die AfD und ihre Abgeordneten aufs Übelste zu beschimpfen.

Dabei fallen Sätze wie: „Rechtsradikale in diesem Parlament sind unappetitlich“ und „Hass macht hässlich, schauen Sie doch in den Spiegel!“. Die AfD verlässt daraufhin geschlossen den Plenarsaal.

11Die bärtige Merkel: Martin Schulzzug entgleist

Ein Stück aus dem Irrenhaus: Der hochgelobte und tief gefallene SPD-Retter Martin Schulz ergreift im Bundestag Mitte September 2018 das Wort. Seine Botschaft? Nichts Neues. Die AfD, das seien „Faschisten“. Die „Demokratie“ müsse sich „gegen diese Leute“ wehren. Aber dann doch:

AfD-Fraktionschef Alexander Gauland wünscht Schulz „auf den Misthaufen“. Für so viel Gratismut gibt es Standing Ovations!

12Entmenschlichung Andersdenkender – für die SPD Standard!

Ernst-Wilhelm Rahe – ein SPD-Politiker im Landtag von Nordrhein-Westfalen – wirkt etwas übereifrig. Am 19. Juli 2020 schreibt er auf seiner Facebookseite vom „Einsatz für #Demokratie, #Vielfalt und #Respekt!“

Er und seine Mitstreiter hätten einen „Infostand“ direkt „gegenüber dem Stand der sgn. AfD“ aufgebaut. Die Ansage ist deutlich: „Dieses menschenfeindliche Gesocks brauchen und wollen wir nicht, weder in den Stadt- und Gemeinderäten, noch im Kreistag!“