Seit 2015 haben wir den Mindestlohn und seitdem steigt er an. Darüber hinaus hört man ständig, dass er weiter erhöht werden muss. Aber das ist Unsinn. Aus diesen Gründen:

1Mindestlohn ersetzt keine echte Wertschätzung!

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Ein häufiges Argument für den Mindestlohn ist, dass Arbeit mehr Wertschätzung verlangt. Aber wenn du den Mindestlohn bekommst, fühlst du dich dadurch doch nicht wertgeschätzt! Vielmehr fühlt sich das so an, als würde dir dein Chef am liebsten weniger geben, wenn er könnte.

2Es brechen hunderttausende Stellen weg!

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Ein Großkonzern, der gezwungen ist, die Arbeiterlöhne noch weiter zu erhöhen, wird stattdessen Arbeitsstellen streichen oder ins Ausland verlagern. Noch dazu befördert das die Automatisierungsbestrebungen, mit denen wichtige Arbeitsplätze zunehmend durch Technik ersetzt werden.

3Der Druck auf die Arbeitnehmer erhöht sich!

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Ist doch klar. Wenn Stellen gestrichen werden, müssen die verbliebenen Arbeitnehmer meist mehr leisten. Der Druck steigt und durch den angespannten Arbeitsmarkt wird jeder Angestellte entbehrlich. Viele Menschen würden auch freiwillig weniger verdienen, wenn sie sich dafür nicht kaputtschuften müssten.

4Es werden noch weniger Kleinunternehmen gegründet!

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Die deutschen Löhne sind, mit den meisten Ländern der Welt verglichen, sehr hoch. Jeder Unternehmer, der darauf angewiesen ist, jemanden einzustellen, wird gerade zu Beginn große Schwierigkeiten haben. Die Alternative zu schlecht bezahlten Stellen sind hier oft einfach gar keine Stellen. Die Folge: Weniger Startups , weniger Innovation.

5Kleinunternehmen werden schließen!

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Mit jeder Erhöhung des Mindestlohnes kommt es in kleinen Betrieben zur erneuten Kosten-Nutzen-Rechnung. Während Großkonzerne rationalisieren und ihre Produktion automatisieren können, bleiben kleine Betriebe auf der Strecke. Auch hier gilt wieder: Niedrig bezahlte Stellen sind besser als keine Stellen!

6Jahrespraktika sind bereits massenhaft weggefallen!

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Seit der Mindestlohn eingeführt wurde, standen schon viele junge Leute vor dem Problem, dass sie keine Jahrespraktikumsstelle in ihrem Bereich finden konnten. Warum? Weil ab drei Monaten Praktikumsdauer der Mindestlohn gezahlt werden muss. Nicht wenige Unternehmen kamen zu dem Schluss, dass ihnen das nicht wert ist. Denn Praktikanten haben meist nicht die Kompetenzen der Angestellten. Außerdem ist eine Gleichstellung ungerecht.

7Gleichheit ist nicht gleich Gerechtigkeit.

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Verschiedene Arbeiten erfordern verschiedene Löhne. Höhere Angestellte werden zunehmend unzufrieden, wenn eine einfachere Arbeit, die weniger Verantwortung verlangt, ähnlich bezahlt wird wie ihre. Ein ständiges Anheben des Mindestlohnes erfordert also entweder auch ein relatives Anheben aller anderen Löhne oder sorgt für große Ungerechtigkeit. Ersteres kann ein Unternehmen aber ruinieren.

8Die Preise steigen weiter!

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Je weiter der Mindestlohn steigt, desto höher werden die Preise im Dienstleistungssektor. Wenn also die Pizza, die eigentlich aus sehr günstigen Zutaten besteht, wieder teurer geworden ist, muss man sich nicht wundern. Schließlich müssen Kellner und Fahrer höhere Löhne bekommen und der Koch beschwert sich zu recht, dass er kaum mehr bekommt, als sie. Also steigt auch sein Lohn, wie oben schon beschrieben.

9Die ersten Erfahrungen im Berufsleben sind unbezahlbar!

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Niedrige Löhne klingen nicht schön. Man steht an seinem Arbeitsplatz und kriegt weniger, als man am liebsten hätte. Aber für viele war die erste Stelle eine Lebensschule. Hier verdienst du dir keine goldene Nase. Dafür lernst du Verlässlichkeit, gemeinschaftliches Arbeiten und das Aneignen von Arbeitsroutinen. Jeder Euro ist hart verdient und den höheren Lohn, den du in deinem späteren Beruf nach abgeschlossener Ausbildung erhältst, weißt du erst dann so richtig zu schätzen. Ohne schlechte Stellen keine bessere Stellen!

10Der Mindestlohn hilft dir nicht in echten Notsituationen!

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Politiker können sich das kaum vorstellen, aber auch in Deutschland gibt es Menschen, die in echte, akute Notsituationen kommen. Wer aber durch Schicksalsschläge, Kündigung, wegfallende Sozialleistungen, Mieterhöhungen oder ähnliche Dinge nicht weiß, wie er in ein paar Wochen die Miete zahlen soll, sucht dringend nach einer Stelle und interessiert sich nicht für abstrakte »Wertschätzung«. Da muss einfach Geld herangeschafft werden! Es ist frustrierend, bereit zu sein, auch für einen geringen Lohn zu arbeiten, aber überall aufgrund des Mindestlohnes abgewiesen zu werden. Die echten Probleme werden damit also nicht bekämpft.

11Der Mindestlohn befördert die Schwarzarbeit!

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Schon jetzt versuchen aufgrund der extrem hohen Steuerabgaben in Deutschland viele Menschen, so viel schwarz zu arbeiten, wie es nur geht. Der Mindestlohn verstärkt das Problem der Schwarzarbeit noch weiter. Solange sie nicht erwischt werden, ist das für Arbeitgeber und Arbeitnehmer oftmals eine funktionierende Alternative zum angemeldeten Arbeitsverhältnis.

12Der Mindestlohn hilft nur der Politik!

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Die Mindestlohndebatte ist inzwischen zu einem Feld geworden, auf dem man seinen scheinheilige Moralismus unter Beweis stellen kann. Höhere Löhne zu fordern, das ist doch eine gute Sache, nicht wahr? Jeder, der dagegen ist, kann ja nur ein Menschenhasser sein! In Wirklichkeit schließt es sich nicht aus, eine Wirtschaftspolitik zu verfolgen, die dauerhaft höhere Löhne gewährleisten soll, aber gleichzeitig den Mindestlohn abzulehnen. Im Gegenteil! Höhere Löhne erzielt man nur durch gesunde Unternehmen. Mindestlohn-Rhetorik mag gut fürs Wahlergebnis sein, aber nicht für Wirtschaft und Arbeitnehmer.