„Christliches Abendland“: Was heißt das eigentlich? Bilder sagen mehr als tausend Worte:

1Sedletzer Beinhaus, Tschechien

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von AB (@out_of_wuppertal) am


Etwa 70 Kilometer östlich von Prag befindet sich das kleine Örtchen Sedletz. Unter der dortigen Allerheiligenkirche befindet sich ein Knochenhaus, in dem rund 40.000 Skelette bestattet wurden. Die Knochen von rund 10.000 Menschen wurden genutzt, um die Kirche auszukleiden und zu zieren: Leuchter, Monogramme, Säulen, Girlanden und mannshohe Kelche wurden aus den Knochen geformt. Die Fürstenfamilie Schwarzenberg ließ auch darin ihr Wappen aus Knochen formen – im Gedenken an die Türkenkriege.

2Hagia Sophia, Heutige Türkei

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Istanbul Travelers (@istanbultravelers) am

Ein Beitrag geteilt von Beograd Istanbul (@beogradistanbul) am

Eines der bedeutendsten Bauwerke der Welt ist die Hagia Sophia (= »Heilige Weisheit«) in Konstantinopel. Als die letzte Großkirche der Spätantike ist sie 1.500 Jahre alt und war das spirituelle Zentrum des byzantinischen Reiches. Ihre Architektur gilt als beispiellos, denn sie hatte weder Vorbilder noch gelang es irgendwem, die Perfektion ihrer architektonischen Schönheit nachzuahmen.

Als die Moslems 1453 Konstantinopel eroberten, benannten sie es nicht nur in Istanbul um. Sie machten auch die Hagia Sophia zur Moschee, entfernten christliche Symbole, überputzten fast tausend Jahre alte Ikonen, hingen riesige islamische Kalligraphien auf und umstellten die Kathedrale mit vier Minaretten. Bis Mitte 2020 war die Hagia Sophia ein Museum. Inzwischen wurde sie von Erdogan zur Moschee erklärt.

3Moschee-Kathedrale von Córdoba, Spanien

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Mezquita-Catedral de Córdoba (@mezquitacatedraldecordoba) am

Die Hagia Sophia wurde zur Moschee. Aber es gibt auch Moscheen, die zur Kirche wurden! Spanien war jahrhundertelang von Moslems besetzt. Nach der Befreiung weihten die Spanier in Córdoba eine schöne Moschee zur Kirche um. Das Minarett wurde zum Glockenturm und das Gebäude um ein gotisches Kirchenschiff erweitert.

4Nikolauskirche von Wil, Schweiz

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein von @altstadtwil geteilter Beitrag am

In der Nikolauskirche des beschaulichen Städtchens Wil im Kanton St. Gallen befindet sich in einem Seitenschiff das Skelett des heiligen Pankratius, eines frühchristlichen Märtyrers aus Phrygien. Der Stadtpatron ist in eine silberne Rüstung gehüllt und hält ein glänzendes Schwert in der Hand – auch im Tode noch bereit zum Kampf!

5Felsenkirchen von Lalibela, Äthiopien

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von ZDF Terra X (@terrax) am

Als christliche Pilger in Palästina immer öfter von Moslems überfallen und ihre Wallfahrtsorte zerstört wurden, ließ der äthiopische Kaiser Lalibela vor fast 1.000 Jahren Kirchen in den Felsen hauen. Dieses »Neu-Jerusalem« sollte den Menschen als sicherer Pilgerort dienen – und der ist es bis heute geblieben.

6Valle de los Caídos, Spanien

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Valle De Los Caídos Escolanía (@valledeloscaidos) am

1940 errichtete der spanische Diktator Francisco Franco das Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen), ein in den Fels gehauenes Mausoleum zu Ehren der Gefallenen des spanischen Bürgerkrieges. Franco ließ hier allerdings nicht nur seine Anhänger bestatten, sondern auch seine Feinde, womit die Felsenkirche zu einem Symbol des geeinten Spaniens wurde. Auch Franco selbst wurde hier bestattet, bis die Regierung 2019 seinen Leichnam entfernen und woanders begraben ließ.

Gekrönt ist die von einem Benediktinerkloster betreute Kirche von einem 152 Meter hohen Kreuz. Es ist das größte freistehende Kreuz der Welt.

7Basilius-Kathedrale, Russland

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Fabio Zahner (@fabio_zahner_photography) am


Das Stadtbild Moskaus ist ohne die Basilius-Kathedrale nicht zu denken. Anlässlich des Siegs über die tartarischen Moslems ließ der russische Zar zunächst eine Holzkirche erbauen. Diese wurde jedoch schon drei Jahre später durch den heutigen Bau ersetzt.

Er besteht aus acht Kirchen, die symbolisch für die acht wichtigsten Schlachten gegen die Tartaren stehen. Gemeinsam bilden sie die Basilius-Kathedrale.

8Pantheon in Rom, Italien

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von nat_wi_world (@around_world44) am


Das römische Pantheon wurde in vorchristlicher Zeit zu Ehren der heidnischen Götter errichtet. Zu Beginn des 7. Jahrhunderts, als der heidnische Glaube bereits tot war, entschied sich Papst Bonifatius IV., den Tempel zu reinigen. Zunächst reinigte er rituell das Äußere des Tempels, den nie zuvor ein Christ betreten hatte.

Dann trat er ein und begann mit langen Exorzismen. Draußen wartete eine riesige Menschenmenge. Die Chroniken berichten von schrecklichen Geräuschen, während der Papst das Gebäude zur Kirche weihte. Seitdem ist das Pantheon für das Volk Roms kein Ort des Grusels mehr, sondern eine der bedeutendsten Kirchen der Ewigen Stadt und zugleich eines der am besten erhaltenen Gebäude des antiken Roms, das 1.700 Jahre lang die größte Kuppel der Welt zu bieten hatte.

9Kazchi-Säule, Georgien

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von MOSES (@promoe.at) am

Das christliche Mönchtum hat in Georgien eine lange Tradition. Auf der Kazchi-Säule, einem 40 Meter hohen Kalksteinplateau, lebt ein Eremitenmönch. Sonntags steigt er eine eiserne Leiter hinab, um für seine Gemeinde die Messe zu feiern. Ansonsten bleibt er oben und widmet sich dem Gebet. Gläubige versorgen ihn über einen Flaschenzug mit den zum Überleben notwendigen Gütern.

10St. Michel d’Aiguilhe, Frankreich

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Viajes Ecuador Lugo (@viajeslugo) am

Auch die Franzosen können Kirchen auf Felsen errichten. Diese hier baute Bischof Godescalc vor über einem Jahrtausend, um seine Rückkehr vom Jakobsweg zu feiern. Besucher erreichen die Kirche über 268 Stufen, die in die ehemaligen Vulkanschlote aus Basalt geschlagen wurden.

Vom Plateau aus kann man nicht nur die schöne Stadt Le Puy-en-Velay überblicken, sondern auch die beiden anderen Sehenswürdigkeiten: Die auf einer weiteren Basaltkuppe thronende Muttergottesstatue, die aus auf der Krim erbeuteten russischen Kanonen gegossen wurde. Außerdem die auf einem kleineren Vulkankegel stehende Kathedrale, die ebenfalls fast ein Jahrtausend alt ist.

11Höhlenkirchen von Göreme, Türkei

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein von @veg.vog.age geteilter Beitrag am

Das in der heutigen Türkei liegende Kappadokien ist bekannt für seine riesigen Höhlensysteme. Hier entstanden ganze Höhlenstädte, die vor den arabischen und persischen Angreifern versteckt und leicht zu verteidigen waren.

Doch bevor seldschukische Moslems die Türkei eroberten und diese Höhlenstädte nötig machten, erreichte Kappadokien unter dem byzantinischen Kaiser eine Blütezeit. Wunderschöne Klöster und Kirchen wurden in den Felsen gehauen. Und viele sind aufgrund der Dunkelheit und des schonenden Klimas bis heute gut erhalten. Mitsamt ihrer Fresken, Reliefs und Ikonenmalereien.

12Aachener Dom, Deutschland

 

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

 

Ein Beitrag geteilt von Ryohei Inui (@r.inu) am

Der Aachener Dom gehört zu den außergewöhnlichsten Kirchen Europas und der Welt. Gegenüber seiner Residenzfestung ließ Karl der Große eine Kapelle bauen, die wir heute als Dom kennen. Die Architektur der Hauptkirche ist als Oktogon angelegt und der Hagia Sophia nachempfunden. Die Außenwände des gotischen Schiffes bestehen zu 80 % aus Fenstern, so dass vom gläsernen Altar gesprochen wird. Dies ist die Kirche, in dem nach Karl dem Großen über dreißig römisch-deutsche Könige gekrönt wurden. Dieser Ort atmet Geschichte!