Schalten wir mal kurz unser Gehirn aus und tun so, als ob echter Marxismus niemals ausprobiert worden wäre – das sagen Linke ja zumindest immer. Doch was sie nicht wahrhaben wollen: Der Marxismus widerlegt sich in schon in der Theorie ständig selbst. Wir zeigen euch, warum!

1„Arbeitswerttheorie“: Schon das Fundament des Marxismus ist schief!

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Es fängt unscheinbar an, aber darauf gründet alles: Marx glaubte, dass der Wert eines Produktes von der Arbeit abhängt, die notwendig ist, um es zu herzustellen. Das ist natürlich grober Unfug.

Sportschuhe für 200 Euro kosten nicht 200 Euro, weil chinesische Kinderhände da so viel wertvolle Arbeit reingesteckt haben, sondern weil die Leute hierzulande bereit sind, 200 Euro für Sportschuhe zu bezahlen.

Ganz einfach, damit es auch Linke verstehen: Nicht die Arbeit macht den Wert aus, sondern das Zusammenspiel aus Angebot und Nachfrage. Solange keiner dein Produkt kauft, ist es auch nichts wert, egal wie lange du daran gearbeitet hast.

Kaum zu glauben, aber diese „Arbeitswerttheorie“ genannte Denke ist die tragende Säule des Marxismus. Genau genommen kann man hier eigentlich schon aufhören.

Denn ohne Arbeitswerttheorie keine „Mehrwerttheorie“, keine „Ausbeutungstheorie“ und keine Kritik am Kapitalismus. Aber wir wollen uns den Rest natürlich auch noch ansehen und alles im Einzelnen widerlegen.

 

2„Mehrwert- und Ausbeutungstheorie“: Das marxistische Wirtschaftsverständnis beruht auf völlig falschen Annahmen!

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Marx glaubte, dass der Unternehmer den Arbeiter ausbeutet. Und das soll so funktionieren: Der Arbeiter verkauft dem Unternehmer seine Arbeitskraft für ein bestimmtes Gehalt. Nach ein paar Stunden – sagen wir nach 6 Stunden – hat er den Gegenwert zu diesem Gehalt erarbeitet.

Der Arbeitsvertrag verlangt von ihm aber 8 Stunden Arbeit. Der Unternehmer hat ihn um – Marx würde sagen – den „Mehrwert“ von 2 Stunden ausgebeutet.

Wenn man das so sagt, klingt es beinahe nachvollziehbar. Tatsächlich geht diese sogenannte „Mehrwerttheorie“ allerdings völlig an der wirtschaftlichen Realität vorbei.

Der Mehrwert – oder wie man heute sagen würde: der Zins – wird nicht durch Diebstahl unbezahlter Arbeit erhoben, so wie Marx glaubte. Zins entsteht, wenn der Unternehmer es schafft, mehr mit seinen Waren einzunehmen als sie ihn in der Herstellung kosten.

Noch mal für Linke: Zins wird nicht auf der Erzeugerseite zwischen Unternehmer und Arbeiter erhoben, sondern zwischen Unternehmer und Käufer. Unternehmer sind deshalb auch nicht per se „Ausbeuter“, wie der Marxismus annimmt.

Wer sich jetzt fragt: Wie konnte sowas zu Massenmord führen? Keine Sorge: Kommt gleich!

 

3Marx hielt Privateigentum für die Ursache von Ausbeutung, was definitiv nicht stimmt!

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Von dem Irrglauben, dass Unternehmer Arbeiter per se ausbeuten, ist es nur noch ein Katzensprung bis zur nächsten falschen Schlussfolgerung: Privateigentum sei die Ursache für Ausbeutung.

 

4Marx glaubte, mit der Abschaffung von Privateigentum die Ausbeutung beenden zu können!

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Die falsche Annahme, dass Privateigentum für Ausbeutung verantwortlich sei, führt bei Marx zu dem Glauben, die Abschaffung dieses Privateigentums könnte die Ausbeutung beenden.

Kurz gesagt: Die Überwindung des Kapitalismus ist für Marx lediglich eine Enteignungsfrage.

Dass aber Enteignungen an der Ausbeutung genau gar nichts ändern, ist absehbar und hat sich in allen marxistischen Staaten erwiesen. Der Grund dafür ist simpel: Enteignungen verwandeln lediglich den beklagten „Privatkapitalismus“ in „Staatskapitalismus“.

 

5Marx ahnte nicht, was schon zu seiner Zeit längst bekannt war: Privateigentum ist die Voraussetzung für Motivation!

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Was Marx bei allen Enteignungsfantasien übersieht: Privateigentum schafft genau die Anreize, die eine Wirtschaft zum Funktionieren unbedingt braucht. Ohne Privateigentum gibt es keine Motivation und damit auch keine Leistung, Innovation und Entwicklung.

Würdest du dich anstrengen, wenn du nichts damit erreichen könntest? Würdest du ein Unternehmen gründen, dich abrackern und hohe Risiken auf dich nehmen, wenn der Erfolg sowieso nur an die Allgemeinheit geht? Nein? Eben!

 

6Marx glaubte daran, dass Planwirtschaft funktioniert. Tut sie aber nicht!

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Planwirtschaft hat einen entscheidenden Nachteil gegenüber der Marktwirtschaft: all das, was im Markt jede Sekunde automatisch und unter Miteinbeziehung aller Umstände passiert, muss in der Planwirtschaft aktiv von Menschen und dann auch noch auf Grundlage unvollständiger Informationen entschieden werden.

Was kostet eine Socke? Auf diese Frage kann die Planwirtschaft keine Antwort finden, weil sie dazu gar nicht in der Lage ist. Sie kann Preise gar nicht ermitteln, sondern muss sie festlegen. Und da hierfür bei Weitem nicht alle preisbestimmenden Faktoren bekannt sind (z. B. Angebot, Nachfrage, Materialkosten usw.), kommt Planwirtschaft niemals ohne Willkür aus.

Die Folge: Die Socke ist chronisch zu teuer oder zu billig. In der Konsequenz zahlen entweder die Verbraucher oder die Hersteller drauf. Einfach ausgedrückt: Misswirtschaft.

Im kleinen Rahmen hält eine gesunde Marktwirtschaft planwirtschaftliche Eingriffe aus. Es bleibt bei lokalen Katastrophen. Auf ganze Länder übertragen, führt Planwirtschaft aber immer und unter Garantie in die totale Katastrophe.

 

7„Verelendungstheorie“: Marx glaubte, dass im Kapitalismus alle Arbeiter verarmen, obwohl genau das Gegenteil richtig ist!

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Laut Marx geraten die Arbeiter im Kapitalismus zwangsläufig in eine Abwärtsspirale der Verelendung. Diese Abwärtsspirale ist aber nie eingetreten. Im Gegenteil: der allgemeine Lebensstandard wuchs beträchtlich.

Marx bietet hierfür keine Erklärung, aber jeder Volkswirt kennt sie: Durch Wettbewerb und Handel werden Bedürfnisse – z. B. das Bedürfnis, eine Socke anzuziehen – bestmöglich befriedigt. Das ist das Erfolgsgeheimnis der Marktwirtschaft. Und genau dadurch entsteht Reichtum.

Dieser Reichtum mag unterschiedlich verteilt sein (Stichwort „Schere zwischen Arm und Reich“). Aber insgesamt wirkt er sich positiv auf die gesamte Gesellschaft aus; so positiv, dass selbst Linke heute ohne je gearbeitet zu haben im Auto zum Starbucks fahren und sich per Handy darüber beschweren können, dass „Kapitalismus“ nicht funktioniert.

 

8Marx behauptet, es gäbe entfremdete Arbeit und das wäre schlecht!

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Früher hat jeder alles selbst hergestellt: Essen, Unterkunft, Kleidung, Werkzeuge und so weiter. Schnell hat die Menschheit aber erkannt, dass es viel effizienter ist, wenn jeder einfach das tut, was er am besten kann. Die Arbeit wurde aufgeteilt und heute gibt es ganze Betriebe, in denen ganze Abteilungen mit Spezialisten nur an einem einzigen Bauteil von unzähligen anderen arbeitet.

Marx behauptet nun, dass Arbeitsteilung die Arbeit von ihrem „wahren Wesen“ entfremde. Was das genau bedeutet, warum es böse sein soll und wo die Trennlinie zwischen „entfremdeter“, also schlechter Arbeit und nicht entfremdeter, also guter Arbeit ist, das weiß keiner so genau.

Vor allem übersieht Marx: Viele Menschen schätzen schlichtweg auch die Vorzüge des Angestelltenverhältnisses und haben überhaupt keine Lust auf Risiko und Arbeitslast kleiner Startups bzw. der Selbstständigkeit.

 

9Marx geht in seiner ganzen Lehre von einem grundfalschen Menschenbild aus!

Gemeinfrei

Marx baut seine ohnehin schon wackelige These von der „entfremdeten Arbeit“ aus und glaubt, dass Arbeit – wie er sagen würde – das „Gattungswesen des Menschen“ sei.

Durch Arbeit unterscheide sich der Mensch vom Tier. Arbeit wird dabei als die Einwirkung des Menschen auf die Natur begriffen – also zumindest solange, wie sie mit den eigenen Händen erfolgt (Stichwort „entfremdete Arbeit“).

Zugespitzt kann man sagen: Nur wer mit seinen Händen arbeitet, ist wirklich ein Mensch. Das klingt dumm, aber harmlos, nimmt tatsächlich jedoch bereits in der Theorie Millionen Tote der Praxis vorweg.

Denn genau hier liegt der Grund für die Heroisierung der „Arbeiterklasse“ im Marxismus und – umgekehrt – die Geringschätzung von Intellektuellen. Später im „real existierenden Sozialismus“ wurden Akademiker dann auch oft verfolgt und rein präventiv als „Klassenfeinde“ ermordet.

Dabei ist die Vorstellung von der Arbeit als „Wesen des Menschen“ fundamental falsch:

Arbeit unterscheidet den Menschen nicht per se vom Tier. Auch Tiere wirken auf ihre Umwelt ein. Das erstens.

Zweitens geht Marx auch hier so ziemlich vom Gegenteil der Realität aus: Der Mensch lebt nicht, um zu arbeiten, sondern er muss arbeiten, um zu leben.

 

10Marx glaubte, dass man einen »neuen Menschen« schaffen muss, damit er zu seinem System passt!

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Bei all den Denkfehlern von Marx überrascht es nicht, dass am Ende ein System dabei rauskommt, das zum Menschen, so wie er ist, nicht passt. Aber auch hierfür gibt es eine „Lösung“, die das Ganze noch verrückter macht.

Frei nach dem Motto „der Sozialismus ist perfekt, nur die Menschen sind es noch nicht“ glaubt Marx an die Schaffung eines „neuen Menschen“ durch Erziehung und Propaganda.

Die Idee, das eigene System so zu verändern, dass es mit den bereits existierenden Menschen funktioniert – die kam Marx genauso wenig wie seinen späteren Jüngern.

Genau hier hat der Kapitalismus seine größte Stärke: er funktioniert optimal mit den Menschen, wie sie eben sind.

 

11Marx hat ein völlig verkehrtes Verständnis von Geschichte, was ihn immer wieder zu Prophezeiungen verleitet hat, die alle nicht eingetroffen sind!

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Neben einem grundfalschen Wirtschafts- und Menschenbild hatte Marx auch keine Ahnung von Geschichte. In seiner Vorstellung verläuft Geschichte zielgerichtet von „schlecht“ hin zu „immer besser“. Jede Epoche soll fortschrittlicher sein als die vorherige.

Marx zufolge müsse die Menschheit deswegen auch den Kapitalismus durchleben, um die schönere Epoche des Sozialismus zu erreichen. Der darauf wiederum folgende Kommunismus sei dann das glorreiche Ende, das Ziel der geschichtlichen Entwicklung.

Die Widerlegung auch dieser tragenden Säule des Marxismus ist denkbar simpel.

Das Geschichtsbild von Marx steht und fällt mit dem Begriff des Gesetzes. Marx behauptet nämlich, dass Geschichte durch bestimmte gesellschaftliche und wirtschaftliche Gesetze bestimmt sei, die zwangsläufig und unausweichlich sind.

Tatsächlich aber ist Geschichte vor allem eine Ansammlung einzigartiger Ereignisse. Es ist wissenschaftlich nicht erklärbar, wie hieraus ein irgendwie allgemeingültiges Gesetz abgeleitet werden könnte.

 

12Muss man erstmal drauf kommen: Marx glaubte, dass eine Diktatur zur Freiheit führt!

Gemeinfrei

Infolge seiner zahlreichen Denkfehler forderte Marx eine Diktatur des Proletariats. Diese Diktatur stellte er sich als Übergangsphase vor, bis die Weltrevolution abgeschlossen und alle Klassen aufgehoben sein würden.

Allein für diese Idee verdient Marx eigentlich einen Preis. Denn es gibt wohl kaum einen Gedanken, der sowohl theoretisch als auch praktisch – und ja: schon zur Zeit von Marx! – so oft und drastisch widerlegt wurde wie der, dass man übergangsweise doch mal eine Diktatur einführen müsste, um danach so richtig frei zu werden.

Das Ergebnis ist immer dasselbe: Es bleibt bei der Diktatur und die Menschen fallen in eine Unfreiheit, die vorher kaum denkbar war. Aber wenn der „echte Marxismus“ eines Tages doch tatsächlich einmal „probiert“ wird, dann wird es bestimmt alles ganz anders. Versprochen!