Ob Eselfresser, Henkeldöbbe oder Leckärsche: Die Deutschen waren früher nicht zimperlich, wenn es darum ging, die Leute aus dem Nachbardorf zu beleidigen. Oft stecken verrückte Geschichten hinter den Bezeichnungen.

1Elefantenkitzler

 

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Ein Beitrag geteilt von Zooparkfreunde Erfurt e.V. (@zooparkfreundeerfurt) am

So werden die Einwohner von Niederroßla genannt. Ist aber nicht so vulgär, wie es klingt! Im Jahr 1857 war ein Schausteller mit der indischen Elefantenkuh Miss Baba im Dorf zu Gast. Die hatte sich über Nacht mit Rüben überfressen und war kurz vorm Sterben.

Die Einwohner trieb das sterbende Tier mit Stöcken vor die Dorfgrenze. Warum? Wäre der Elefant im Dorf gestorben, hätten sie dafür aufkommen müssen. Heute erinnern ein Gedenkstein und das alle 25 Jahre stattfindende Elefantenfest an Miss Baba.

2Geelbeen

 

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#neustadt, du schönheit! #buntentor #bremermoment #meinbremen #endlichfrühling

Ein Beitrag geteilt von BremerMoment (@bremermoment) am

Niederdeutsch für „Gelbbein“. So nannte man die Bewohner des Bremer Stadtviertels Buntentor, weil dort nach dem Zweiten Weltkrieg der Schmuggel von Tabak florierte. Unter der Kleidung versteckt, färbte er die Haut gelb. Lecker.

3Fettguschen

 

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Ein Beitrag geteilt von Karsten Schulze (@kalleneukoelln) am

Die Einwohner von Gera galten früher als so reich, dass sie ständig teure Schmalzstullen verputzen konnten. Deshalb sollen sie oft mit Fettrand am Mund rumgelaufen sein, weswegen man sie abfällig „Fettguschen“ nannte.

4Schängel

 

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Ein Beitrag geteilt von Ingrīda Sika ♉ (@ingoy100) am

In Koblenz ist die Bezeichnung „Schängel“ allgegenwärtig. Der Name kommt aus der Zeit der französischen Besatzung 1794 bis 1814. Damals wurden Kinder mit französischem Vater und deutscher Mutter so genannt.

Die Jungs hießen nämlich oft Jean, was die Koblenzer aber bewusst Schang aussprachen. Später wurde dann Schängel zur Bezeichnung für alle Koblenzer – worauf man heute sehr stolz ist.

5Butjer

 

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Ein Beitrag geteilt von @Roman_Hannover (@romanhannover) am

Wer sich als ungebetener Gast aus den Vororten der Stadt Hannover in die Innenstadt wagte, kam von buten rin – also von draußen rein, daher der Name „Butjer“. Die Bewohner des Ortes Linden drehten den Spieß um. Sie nennen sich zum Teil auch heute noch stolz Butjer, um sich ganz streng von den Hannoveranern abzugrenzen.

6Puffbohnen

 

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Ein Beitrag geteilt von Sven M. Laudien (@sciencetravelsml) am

Während wir Durchschnittsmenschen bei dem Wort eher an eine Beleidigung denken, kann jeder Erfurter stolz von sich behaupten: „Ich bin ‘ne rischdsche Buffbohne.“ Auch auf unzähligen Souvenirs begegnet einem die Puffbohne. Warum?

In Erfurts mildem Klima gedeiht eine wertvolle Bohne, die beim Kochen „aufpufft“. Viele Erfurter wurden durch das kostbare Gemüse reich und galten schon bald selbst als „Puffbohnen“.

7Henkeldöbbe

 

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Ein Beitrag geteilt von Drohnieren (@drohnierende) am

Im osthessischen Steinau an der Straße werden die Bewohner des Stadtteils Marjoß als „Henkeldöbbe“ (Henkeltöpfe) bezeichnet. Tatsächlich ist der Neckname nicht abwertend gemeint: Marjoß ist einer der ältesten Töpferorte. Das Handwerk wird dort seit Jahrhunderten gepflegt und geschätzt.

8Eselfresser

 

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Ein Beitrag geteilt von Ronny Köllmer (@outsider1978gth) am

Bad Blankenburg, Thüringen, irgendwann im Mittelalter: Ein örtlicher Graf bringt von einem Kreuzzug ins Heilige Land einen Esel mit. Nicht irgendeinen Esel – Jesus Christus selbst soll auf ihm geritten sein. Er schenkt das Tier aber dem Nachbardorf Schwarza. Dessen Einwohner stellen das Wundertier aus und nehmen damit Geld ein.

Ihre Nachbarn, die Blankenburger, können das nicht auf sich sitzen lassen und entwenden den heiligen Esel bei einer Prügelei. Zwar gelingt der Raub, doch der Esel stirbt dabei. Kurzerhand zerteilen sie das Tier und essen es auf.

9Leckärsche

 

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Ein Beitrag geteilt von FRANZISKA HILDEBRANDT (@franziska_hildebrandt_mit_dt) am

Die zwei Brüder Wolfer und Lutger lebten einst gemeinsam auf einem Schloss im thüringischen Kranichfeld. Sie stritten sich und teilten den Besitz.

Wolfer blieb im Schloss und Lutger zog fort, kündigte aber an: „Ich komme zurück und werde mir selbst eine Burg bauen.“ Sein Bruder Wolfer darauf: „Wenn dir das gelingt, werde ich mich am Arsche lecken.“

Man ahnt es schon: Lutger kehrte zurück und baute seine Burg. Wolfer musste sein Ritter-Ehrenwort halten und sich selbst am Arsch lecken. Dabei soll er gestorben sein.

10Karpfenpfeifer

 

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Ein Beitrag geteilt von Isabel (@__cest_belle__) am

Die Einwohner von Zeulenroda in Thüringen mussten den Fürsten des Nachbarortes Greiz beim Fischen im Schlossteich helfen. Der Lohn: Ein fürstliches Karpfenessen am Abend.

Die Greizer Teiche waren aber ziemlich verschmutzt und die Karpfen sollen dementsprechend nach Schlamm geschmeckt haben. Die Zeulenrodaer waren Besseres aus ihren eigenen Teichen gewohnt, sodass einer von ihnen aufstand und rief: „Wir pfeifen auf eure Karpfen!“ Seitdem nennt man sie Karpfenpfeifer.