In vielen islamischen Ländern wird die weibliche Genitalverstümmelung praktiziert. Je nach Form wird dabei „nur“ die Klitoris entfernt oder es werden gleich die Schamlippen abgetrennt und zugenäht.

In Deutschland hält diese offiziell von der UN geächtete Misshandlungsmethode im Kontext der fortgesetzten Einwanderung immer mehr Einzug. Trotzdem weiß kaum einer hierzulande, was es mit der oft als „weibliche Beschneidung“ verharmlosten Praxis auf sich hat.

1Die Ursprünge liegen in Nordafrika.

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Weibliche Genitalverstümmelung lässt sich schon seit dem antiken Ägypten nachweisen. Man geht davon aus, dass sich die barbarische Praxis von hier aus auf dem afrikanischen Kontinent verbreitet hat.

Wie bereits die alten Griechen vermuteten, hatte der Eingriff wahrscheinlich ästhetische Gründe und sollte das Aussehen der weiblichen Genitalien verändern.

2Weite Teile des Islams befürworten die Verstümmelung!

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Auch wenn die weibliche Beschneidung nicht im Islam erfunden wurde, wird sie dennoch oft gebilligt. Die meisten Imame der betroffenen Länder sind sich einig, dass es sich um eine im Islam erlaubte Praxis handelt. Es ist sogar ein Hadith überliefert, bei dem Mohammed eine Beschneiderin anweist, wie sie ihre Arbeit zu machen hat.

Die Islamgelehrten diskutieren und überlassen es der persönlichen Meinung, ob die Beschneidung sunna (vorgeschrieben), makruma (freiwillig) oder makruh (verpönt) ist. Als grundsätzlich haram (verboten) wird die Verstümmelung aber nie bezeichnet.

3Die Kirche lehnt die weibliche Genitalverstümmelung ab!

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Da die weibliche Genitalverstümmelung eine vor-christliche und vor-islamische Praktik ist, findet sie sich auch bei christlichen Bevölkerungen.

Allerdings ist die Kirche in den betreffenden Ländern in einem ständigen Kampf gegen die grausame Tradition. Zum Beispiel hat die koptische Kirche verkündet, dass weibliche Beschneidung unchristlich ist. Danach verschwand sie fast vollständig bei den ägyptischen Christen.

4In vielen Ländern sind fast alle Frauen beschnitten!

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Die am schlimmsten betroffenen Länder sind Somalia (98 %), Guinea (97 %), Dschibuti (93 %), Sierra Leone (90 %), Mali (89 %) und der Sudan (88 %). Aber auch im Jemen (19 %) und im Irak (8 %) sind viele Frauen verstümmelt.

5Die Opfer sind meist Kinder und Jugendliche!

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In der Hälfte der betroffenen Länder werden Mädchen in den ersten fünf Lebensjahren verstümmelt. Im Jemen wird die Prozedur sogar beim Neugeborenen innerhalb der ersten zwei Wochen durchgeführt.

6Weibliche Genitalverstümmelung ist lebensgefährlich!

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Schon der Eingriff, meist unter miserablen hygienischen Bedingungen, birgt ein hohes Infektionsrisiko. Je nach Beschneidungstyp sind die gesundheitlichen Langzeitfolgen besonders schlimm:

Schwierigkeiten beim Urinieren, Infektionen und abnormale Schmerzen während der Periode, Schmerzen beim oder Unfähigkeit zum Geschlechtsverkehr bis hin zu Geburtskomplikationen und Tod.

Gerade beim heftigsten Typ muss die Haut vor jeder Geburt erneut aufgeschnitten werden – bloß damit sie anschließend wieder zugenäht wird. Das erhöht das Risiko für Verwachsungen und Infektionen enorm.

7Der Eingriff ist gefährlich für Kinder bei der Geburt!

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Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind bei der Geburt stirbt, ist durch eine Verstümmelung der Mutter stark erhöht. Deshalb gibt es sogar Schwangere, die absichtlich weniger essen, um das Baby klein zu halten.

8Meistens sind Mütter und andere Frauen die Täter!

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Auch wenn vor allem Männer die Genitalverstümmelung voraussetzen, sind es meist Frauen, welche die Praxis befürworten, erzwingen und durchführen.

Die Beschneidung ist ein Ritual, das üblicherweise unter Ausschluss von Männern stattfindet und von Frauen als besonderer Tag gefeiert wird. Das Leid des sich vor Schmerz krümmenden Mädchens erhält dabei wenig bis keine Aufmerksamkeit. Ob Betäubungsmittel genutzt werden, hängt von der Gegend ab.

9Es gibt niemals medizinische Gründe!

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Für männliche Beschneidung kann es medizinische Indikationen geben, beispielsweise eine Vorhautverengung. Bei Frauen ist das nicht der Fall. Niemals.

Dennoch halten sich unter Verfechtern weiblicher Genitalverstümmelung hartnäckig pseudomedizinische Vorstellungen. So soll die Klitoris den Ehemann beim Geschlechtsverkehr oder das Kind bei der Geburt töten können. Einfach durch Berührung.

10Die tatsächlichen Gründe sind erschreckend

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Die Argumente reichen von einer gewünschten „Ästhetik“ über die Zügelung der weiblichen Sexualität bis hin zu angeblich besserer Hygiene. Eine Frau rieche ohne Beschneidung unangenehm, heißt es dann.

Anstatt zu klarem Wasser greift man dann lieber zur Rasierklinge. Teilweise gibt es auch die Vorstellung, dass die Klitoris zur Größe eines Penis heranwachse, wenn sie nicht abgetrennt werde.

Unfassbar, aber wahr: Südlich der Sahara gilt sogenannter „trockener Geschlechtsverkehr“ als besonders erstrebenswert. Dazu müssen sich die Frauen nicht nur Kräuter einführen, welche die Sekretbildung hemmen.

Durch die Genitalverstümmelung und den damit einhergehenden Gefühlsverlust soll verhindert werden, dass die Vagina überhaupt feucht wird. Die Folge dieser Praxis sind schmerzhafter Sex und innere Verletzungen.

Das häufigste Argument für die Beibehaltung der weiblichen Genitalverstümmelung ist aber schlicht: „Bei mir wurde das gemacht, also muss das auch bei meiner Tochter gemacht werden.“