Bigfoot und Loch Ness? Pfff! Wer das Glück hat, aus dem schönen Deutschland zu kommen, kann auf einen viel spannenderen Kulturschatz zurückgreifen. Unser Heimatland quillt quasi über vor alten Geschichten, Sagen und Legenden über uralte Wesen, die unsere Vorfahren heimgesucht oder ihnen geholfen haben. Die spannendsten haben wir hier für euch rausgesucht.

 

1Heinzelmännchen

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Heinzelmännchen dürften jedem von euch ein Begriff sein. Wer jetzt spontan an die süßen kleinen Männchen aus dem Fernsehen denken muss, liegt nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch. Die ZDF-Mainzelmännchen sind nämlich von den legendären Heinzelmännchen inspiriert. Der Sage nach handelt sich um hilfsbereite Hausgeister aus Köln, die nachts die Arbeit der Kölner Bürger verrichteten. Echt nett! So nett, dass die Kölner ihren sogar ein kleines Denkmal in Form eines Brunnens direkt am berühmten Früh-Brauhaus errichteten. Muss also was dran sein!

2Mumpitz

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»Das ist doch Mumpitz!« Habt ihr euch jemals gefragt, woher dieses Wort überhaupt kommt? Der Mumpitz ist ein recht regungsloser und meist ganz schön abgerissener Typ. Heute würde man ihn wohl schlicht und einfach Vogelscheuche nennen. Zuerst als eine Art Kinder- und Vogelschreck gedacht, war er aber so gar nicht furchteinflößend, weshalb sich die Wortbedeutung mit der Zeit wandelte und zum Synonym für »Blödsinn« wurde. Jetzt wisst ihrs!

3Wolpertinger

Albrecht Dürer – gemeinfrei

Ein Hase mit Entenfüßen, Hirschgeweih und Flügeln. Gibt es nicht? Na dann fragt doch mal bei den Bayern nach. Dort ist der Wolpertinger nämlich beheimatet und fühlt sich pudelwohl. Bayrischen Geschichten zufolge ernährt er sich am liebsten von preußischen Weichschädeln, was ganz bestimmt gar nichts mit der Aversion der Bayern gegen die norddeutschen Preißn zu tun hat.

4Schwarzer Mann

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»Wenn du nicht brav bist, dann kommt der schwarze Mann dich holen!« Hach, die guten alten mittelalterlichen Erziehungsmethoden. Im Zweifel kommt halt einfach ein dunkler, schwarz gekleideter Mann und holt dich – also tu besser, was man dir sagt! Schwarz ist die Farbe des Unbekannten, des Schattens und des Todes – man denke allein an die Umschreibung der Pest als den Schwarzen Tod. Vom Kinderschreck wandelte er sich schließlich zum politisch-korrekten Linkenschreck – aber was macht das schon für einen Unterschied.

5Butzemann

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»Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann in unserm Haus herum, fidebum!« Ach ja, schöne Kindheitserinnerungen. Dabei ist der Butzemann alles andere als nett gemeint. Es handelt sich um einen bösen vermummten Dämon oder Mann, der ähnlich wie der Schwarze Mann unartige und ungehorsame Kinder entführt. Naja, geschadet hat es ja nicht. Hätte man bei den Linken vielleicht sogar öfter machen sollen.

6Lindwurm

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Der Lindwurm ist ein legendäres Drachenwesen aus der germanischen Sagenwelt, dass unter anderem auch im berühmten Nibelungenlied erscheint. Für seinen auf einem Goldberg hockenden Drachen Smaug aus  Der Hobbit ließ sich J. R. R. Tolkien vom Lindwurm Fáfnir aus der Edda inspirieren. Der Mann wusste eben, was gut ist.

7Wilder Mann

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Der Wilde Mann ist eine romantische Vorstellung von einem primitiven Urmenschen, der nur mit Moos und Laub bekleidet in den paradiesischen Wäldern in Einheit mit der Natur lebt. Quasi eine germanische Mischung aus Tarzan, Yeti und Reinhold Messner. Nur viel cooler. So cool, dass er sogar in Goethes Faust II vorkommt und ihm gleich zwei Märchen der Gebrüder Grimm gewidmet wurden. Alles ist gut, solange du wild bist!

8Schrat

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Kennern des gepflegten deutschen Volksmunds ist vor allem noch der Wald-, Bach- oder Wiesenschrat geläufig. Dabei handelt es sich um einen unheimlichen Geist, der einem Menschen nicht unähnlich sieht und Alpträume verursacht. Heute ist er herdenweise auf Parteitagen der Grünen und Linken zu finden.

9Stüpp

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Als wäre ein Werwolf an und für sich nicht schon schlimm genug, so musste das Rheinland gleich noch einen draufsetzen. Der dort beheimatete Stüpp tarnt sich nämlich nicht nur als armes, liebes Hündchen, bevor er sich verwandelt und seine ahnungslosen Opfer überfällt. Nein, oft vergewaltigt er sie auch noch brutal. Seit je her gilt der Schrat als enger Verbündeter des Stüpp. Poetische Vergleiche mit modernen Phänomenen in Deutschland und Europa wären hier sehr unangebracht.

10Rasselbock

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Kennt ihr noch die gute alte Stube von Opa oder Uropa, die neben dem Kamin und dem großen Esstisch in Eiche rustikal liebevoll mit allerhand Tierpräparaten und Geweihen geschmückt war? Ja? Ihr hattet eine glückliche Kindheit. Gut möglich jedenfalls, dass dort auch ein Hase zu finden war – mit Hörnern. Das ist ein Rasselbock. In Thüringen erzählt man sich, dass er durch eine nicht ganz freiwillige Liaison zwischen einem Rammler und einer im Schnee feststeckenden Hirschkuh entstanden ist.