Am 3. Oktober 1990 wurde der Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland besiegelt. Aber das ist noch lange nicht alles, was man über unseren Nationalfeiertag wissen muss!

1Ursprünglich sollte der Mauerfall gefeiert werden!

RolandBlunck – iStock

Der ursprüngliche Plan war es, den Tag des Mauerfalls zu feiern. Aber weil dieser am 9. November stattgefunden hatte und er sich dadurch mit dem Jahrestag der Reichskristallnacht überschnitt, wurde aus Rücksichtnahme auf die Opfer darauf verzichtet. Während der Reichskristallnacht wurden 1933 unzählige Juden von den Nationalsozialisten überfallen und massakriert.

2Dass es der 3. Oktober wurde, lag nur am Zeitdruck!

coffeekai – iStock

Am 2. Dezember 1990 sollten bereits gesamtdeutsche Wahlen stattfinden, aber das Wahlrecht sah vor, dass die Wählerlisten mindestens 8 Wochen vorher erstellt werden.

Es war also dringend notwendig, dass die DDR-Bürger noch vor dem 7. Oktober in das Staatsvolk der BRD eingegliedert würden. Das vollzog man dann am 3. Oktober, indem die Wiedervereinigung schriftlich besiegelt wurde.

3Linke waren gegen die Wiedervereinigung!

Der heutige LINKE-Politiker Gregor Gysi bedauerte die Wende schon damals: „Das Parlament hat soeben nicht mehr und nicht weniger als den Untergang der Deutschen Demokratischen Republik zum 3. Oktober 1990 beschlossen.“ Sein Gejammer wurde übertönt vom tosenden Jubel vieler Abgeordneter.

Und auch andere linksgrüne Politiker wie Jutta Ditfurth und Claudia Roth waren empört vom deutschen Einheitsbestreben. Im Mai 1990 demonstrierten sie in Frankfurt am Main und trugen ein Transparent mit der Aufschrift: „NIE WIEDER DEUTSCHLAND! – GEGEN DIE ANNEXION DER DDR ! – GEGEN DEN DEUTSCHEN NATIONALISMUS !“

4Russland bot uns Ostpreußen an!

Sven Simon – imago images

Der sowjetische Generalmajor Geli Batenin bot der Bundesrepublik 1990 Gespräche über Ostpreußen an. Dieses Gebiet war nach dem Krieg nämlich unter Vorbehalt eines neuen Friedensvertrages Polen und der Sowjetunion zugesprochen worden.

Bundeskanzler Helmut Kohl ließ antworten, dass Deutschland kein Interesse an Ostpreußen hat. Im Zwei-plus-Vier-Vertrag wurde das schließlich noch einmal völkerrechtlich festgelegt.

5Beim Tag der Deutschen Einheit wird »Deutschen« großgeschrieben!

olympuscat – iStock / Flinkfeed

So kann man den „Tag der Deutschen Einheit“ von seinem Vorgänger unterscheiden…

6Der »Tag der deutschen Einheit« lag ursprünglich auf dem 17. Juni!

Ulli Winkler – imago images

Am 17. Juni 1953 fand ein riesiger Volksaufstand in der DDR statt. Der sozialistische Staat hatte zuvor mit Bodenreformen und Enteignungen begonnen, die Arbeitsnormen erhöht und es kam zu Nahrungsmittelengpässen.

Während der Proteste kletterten Jugendliche sogar auf das Brandenburger Tor, rissen die rote Fahne herunter und hissten eine schwarz-rot-goldene. Die Sowjetunion verhängte das Kriegsrecht, übernahm die Regierungsgewalt der DDR und schlug den Volksaufstand mit Panzern nieder.

Als Protest gegen diese unmenschliche Gewalt gegen das eigene Volk, wurde der 17. Juni in der BRD zum Tag der deutschen Einheit erklärt und 1954 zum ersten Mal begangen. Als am 3. Oktober 1990 die Wiedervereinigung von Bundeskanzler Helmut Kohl unterzeichnet wurde, ersetzte dieses Datum den alten Tag der deutschen Einheit.

7Der Tag der Deutschen Einheit hatte noch weitere Vorläufer!

Design Pics – imago images

Als am Ende des Deutsch-Französischen Krieges am 18. Januar 1871 das deutsche Kaiserreich ausgerufen wurde, gab es das Bestreben, diesen Tag zum Nationalfeiertag zu erklären. Weil der 18. Januar aber bereits Jahrestag der ersten preußischen Königskrönung 1701 war, fürchtete der frischgekrönte Kaiser Wilhelm I. eine Überlagerung.

Viele feierten auch den „Sedantag“ als Nationalfeiertag, weil nach der Schlacht von Sedan die französische Armee kapituliert hatte. Doch konnte sich auch dieser Tag nicht durchsetzen, weil in jeder deutschen Region diejenigen Siegesschlachten am liebsten gefeiert wurden, an denen man selbst lokal den meisten Anteil hatte. So kam es zwar nicht zu einem offiziellen Nationalfeiertag, aber der Wunsch war vielfach vorhanden!

8Patrioten beschäftigten sich schon vor über 200 Jahren mit der Einheit!

Gemeinfrei

1806 besetzte Napoleon Deutschland und zerschlug das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Als der Franzose dann zurückgeschlagen wurde, gab es mit dem Deutschen Bund nur ein loses Militärbündnis zahlloser, kleiner Staaten.

Diese sogenannte Kleinstaaterei ließ viele Deutsche, zum Beispiel Burschenschafter, für ein geeintes Deutschland kämpfen. Und das hat sich dann 1871 zu großen Teilen verwirklicht.

9Politiker instrumentalisieren den Nationalfeiertag regelmäßig!

Meinzahn – iStock

Immer wieder wird der Tag der Deutschen Einheit missbraucht, um linke Ideologie zu rechtfertigen. Da werden Politiker nicht müde, zum Beispiel deutsche DDR-Flüchtlinge mit heutigen Wirtschaftsmigranten zu vergleichen.

Der Klassiker kommt aber von Christian Wulff (CDU). Der nutzte den Anlass nämlich aus, um den berüchtigten Satz auszusprechen: „Der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Egal, was man davon hält: Nationalfeiertage sind nicht der Anlass, um die eigene Politik zu verkaufen.

10Die rot-grüne Bundesregierung wollte das Datum aus Geldgier verschieben!

nito100 – iStock

Als sich abzeichnete, dass das Jahr 2005 ein Haushaltsdefizit bringen würde, kam rotgrünen Politikern die zündende Idee: Wenn man den Feiertag grundsätzlich auf den ersten Oktobersonntag verlegt, kriegt niemand an einem Wochentag frei.

Somit könne man das Defizit mit den Steuermehreinnahmen etwas ausgleichen. Bundespräsident Horst Köhler (CDU) sprach sich aber dagegen aus und Bundeskanzler Schröder (SPD) ließ daraufhin seine Pläne ruhen.